Miezen-Mythos erklärt: Warum Katzen immer nach Hause finden
Katzen gelten als wahre Orientierungskünstler. Selbst wenn sie sich weit von ihrem Zuhause entfernen, finden viele von ihnen erstaunlich zuverlässig zurück. Doch wie gelingt ihnen das? Und warum zieht es manche Samtpfoten nach draußen, während andere die Sicherheit der eigenen vier Wände bevorzugen? Die Antwort liegt in ihren außergewöhnlichen Sinnen und ihren ganz individuellen Erfahrungen. Alle Infos dazu lesen Sie hier.
Minka liebte Freiheit – Remo sucht Sicherheit
Die Katzen von PETBOOK-Redakteurin Louisa Stoeffler könnten unterschiedlicher kaum sein. Minka wurde mit sieben Monaten aus einer Inzestkolonie gerettet. Kaum hatte sie sich eingelebt, zog es sie nach draußen. Sie saß vor der Tür und miaute, als wolle sie sagen: „Ich möchte bitte mal raus, aber ich komme wieder!“ Und tatsächlich kehrte sie stets zurück – selbst nach 72 bangen Stunden voller Sorge. Remo dagegen, ein ehemaliger Straßenkater aus Spanien, meidet die große Welt. Bei seinem ersten Freigang duckte er sich ängstlich und suchte Schutz in einem Erdloch. Seine Zeit auf der Straße und im Tierheim hat Spuren hinterlassen. Heute ist das Wohnzimmer sein Universum.
Sinne wirken wie innerer Kompass
Experten sind sich einig: Katzen verfügen über ein außergewöhnliches Orientierungsvermögen. Ihr Geruchssinn mit rund 200 Millionen Rezeptoren hilft, Duftspuren wahrzunehmen. Ihr Gehör erkennt feinste Geräusche und prägt sich sogenannte „Hörbilder“ ein. Auch bei Dämmerung behalten sie dank ihrer Augen die Übersicht. Dazu kommen Vibrissen, die selbst Luftverwirbelungen spüren. Und es gibt Hinweise, dass Katzen das Magnetfeld der Erde wahrnehmen können. Forscher der Tavrida National University in Simferopol untersuchten 2004, wie elektromagnetische Felder auf Katzen wirken. Sie stellten fest, dass bestimmte Frequenzen die neuronale Aktivität deutlich beeinflussen.
Nicht jede Katze will zurück
Wohnungskatzen entfernen sich draußen meist nicht weit, sondern verstecken sich. Entscheidend ist offenbar die emotionale Bindung an das Revier. Wer einen Ort als Zuhause abgespeichert hat, kehrt dorthin zurück. Deshalb raten Fachleute, neu eingezogene Katzen mehrere Wochen im Haus zu lassen. So prägen sie sich Gerüche, Geräusche und Lichtverhältnisse ein. Wer Freigang erlaubt, sollte sein Haustier chippen und kastrieren lassen. Wenn auch viele Katzen zurückfinden – verlassen sollte man sich darauf nicht.



