Umfrage: Eltern setzen bei Wertevermittlung auch auf KI
Viele Eltern sind laut einer aktuellen Umfrage der Meinung, dass Künstliche Intelligenz Kindern soziale Werte wie Mitgefühl besser vermitteln kann als sie selbst oder Freunde. Die Studie „KI-Nutzung im privaten Alltag 2026“ der Krankenkasse Pronova BKK zeigt, dass 41 Prozent der Eltern mit minderjährigen Kindern der Aussage zustimmten: „Moral und soziale Werte wie Respekt, Fairness oder Empathie können den Kindern in vielen Fällen besser durch eine KI als durch Eltern oder Freunde vermittelt werden.“ Bei Befragten ohne Kinder im Haushalt lag die Zustimmung nur bei 27 Prozent.
Psychologin sieht Verunsicherung
Familienpsychologin Nina Grimm von der Krankenkasse betonte, dass diese Einschätzung weniger über die Fähigkeiten der Technologie aussage, sondern vielmehr über die Verunsicherung vieler Eltern. „Viele Eltern sind nicht mehr selbstsicher und souverän, sondern unsicher, zweifelnd und überlastet“, so Grimm. Sie machte deutlich, dass echte soziale Kompetenzen nur im menschlichen Miteinander erlernt werden können. „Dazu gehört auch Konflikt. Eltern sind emotional und nicht fehlerfrei – und genau hierin liegt Lern- und Wachstumspotenzial für alle Beteiligten.“ Programme wie ChatGPT könnten Moral erklären, aber nicht vorleben oder empfinden.
KI im Erziehungsalltag
Die Umfrage ergab zudem, dass KI im Erziehungsalltag häufig eingesetzt wird. 58 Prozent der Eltern haben bereits konkrete Fragen zur Erziehung an eine KI gestellt, besonders häufig Eltern mit Kindern unter sechs Jahren. Allerdings prüfen nur 36 Prozent der Eltern die KI-generierten Antworten immer nach. „Ausgerechnet diejenigen, die in ihrem Alltag viel mit Kindern zu tun haben, erwarten moralische Erziehungsarbeit von der Technologie“, bilanziert die Analyse.
Kinder nutzen KI häufig
Besonders Kinder zwischen zehn und 13 Jahren nutzen KI privat und für die Schule: 57 Prozent der Befragten mit Kindern in dieser Altersgruppe gaben dies an. Fast ebenso viele halten KI-Chatbots für eine enorme Erleichterung für Kinder im privaten Alltag. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse auch elterliche Sorgen: Knapp drei Viertel der befragten Eltern sehen eine große Gefahr darin, dass Kinder eher die KI um Hilfe fragen und ihr glauben, als ihre Eltern um Rat zu fragen.



