Joghurt ist der Frühstücks-Klassiker schlechthin. Der cremige Alleskönner steht in beinahe unzähligen Variationen in jedem Kühlregal. Doch wie gesund ist Joghurt wirklich? Und welcher macht mehr für mich – griechisch, fruchtig, mager, proteinreich oder probiotisch?
Griechischer Joghurt liefert viel Eiweiß
Griechischer Joghurt gilt als Favorit vieler Ernährungsmediziner. Er unterscheidet sich von normalem Joghurt durch ein spezielles Verfahren. Beim mehrfachen, aufwendigen Abseihen wird überschüssige Molke entfernt. Das Ergebnis: dick, cremig und eiweißreich. 100 Gramm liefern rund 150 Kalorien und etwa 7 bis 10 Gramm Protein. Herkömmlicher Joghurt kommt oft nicht einmal auf 5 Gramm, hat dafür aber auch nur rund 70 Kalorien. Normaler Joghurt enthält auch meist mehr Zucker. 100 Gramm kommen auf circa 4 bis 6 Gramm natürlichen Zucker, griechischer auf 3 bis 4 Gramm. Zudem hat herkömmlicher Joghurt mehr Kalzium – etwa 36 Prozent des empfohlenen Tageswertes, griechischer rund 26 Prozent. Das liegt daran, dass Kalzium hauptsächlich in der Molke enthalten ist, die beim Abseihen entfernt wird.
Wichtig: Nur in Griechenland hergestellter Joghurt darf „griechischer Joghurt“ heißen
Produkte aus anderen Ländern tragen den Zusatz „nach griechischer Art“ und unterscheiden sich oft deutlich im Milchanteil und in den Nährwerten. Sie enthalten deutlich weniger Eiweiß – nur 2,5 bis 4 Gramm pro 100 Gramm. Der Fettgehalt schwankt zwischen 0,2 und 10 Prozent, je nachdem, wie viel Rahm für die Cremigkeit zugefügt wird.
Vorsicht bei Fruchtjoghurt und Light-Produkten
Bei fertigen Fruchtvarianten raten Experten zur Vorsicht. Die britische Ernährungsberaterin Dr. Kristin Struble erklärt gegenüber der „Daily Mail“: „Ich empfehle immer, Naturjoghurt zu kaufen und selbst Zutaten hinzuzufügen, weil aromatisierte Varianten zu viel Zucker enthalten.“ Auch „zuckerfreie“ Produkte sieht sie kritisch: „Selbst Diät- oder zuckerfreie Varianten sind nicht ideal. Sie enthalten künstliche Süßstoffe wie Sucralose oder Aspartam, die man vermeiden sollte.“ Wenn Joghurt bereits Früchte zugesetzt sind, enthalten diese meist zu viel Zucker.
Probiotika und Extra-Protein oft überflüssig
Viele Hersteller werben inzwischen mit „zusätzlichen Probiotika“. Doch Struble stellt klar: „Naturbelassener griechischer Joghurt enthält bereits viele lebende aktive Kulturen, die die Verdauung unterstützen und die Darmflora fördern.“ Auch beim Extra-Protein durch Molken- oder Caseinpulver lohnt der Blick aufs Etikett. Manche Produkte stecken voller Verdickungsmittel oder künstlicher Farbstoffe. Und gerade Verdickungsmittel werden mit einer Schwächung der Darmbarriere und Entzündungen in Verbindung gebracht.
Frozen Yogurt ist nicht automatisch gesünder
Gefrorener Joghurt als Eis-Alternative hat meist weniger Fett und Kalorien als normale Eiscreme, aber viele Sorten enthalten genauso viel Zucker. Und: „Interessanterweise kann Eis mit höherem Fettgehalt den Blutzucker sogar weniger stark ansteigen lassen als fettarmer Frozen Yogurt, weil das Fett die Verdauung verlangsamt“, erklärt Dr. Struble.



