Studie: Wann eine Beziehung glücklich macht und wann Single-Sein besser ist
Studie: Beziehungsqualität entscheidet über Glück

Glück, Liebe, Erfüllung: Für viele Menschen gehören diese Dinge untrennbar zu einer romantischen Beziehung. Eine neue Langzeituntersuchung mit Tausenden Teilnehmern zeigt nun, wann eine Partnerschaft wirklich glücklich macht – und wann das Leben als Single die bessere Wahl sein kann.

Die Studie im Detail

Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem und der Universität Nikosia werteten Daten von mehr als 12.000 Menschen aus der deutschen Langzeitstudie Pairfam aus. Über einen Zeitraum von 13 Jahren beantworteten die Teilnehmer immer wieder dieselben Fragen zu ihrem Leben und ihren Beziehungen. Sie gaben an, wie zufrieden sie mit ihrem Leben und ihrer Partnerschaft waren, und bewerteten beides auf einer Skala von null bis zehn. Zudem berichteten sie, wie häufig sie Gefühle wie Glück, Einsamkeit, Traurigkeit oder Verzweiflung erlebten. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Personality and Individual Differences“ veröffentlicht.

Beziehungsqualität ist entscheidend

Anders als viele frühere Studien verglichen die Forscher nicht einfach Singles mit Menschen in Beziehungen. Stattdessen begleiteten sie dieselben Personen über Jahre hinweg und beobachteten, wie sich ihr Wohlbefinden veränderte, wenn sie eine Beziehung eingingen oder wieder Single wurden. Dadurch konnten sie besser erkennen, wie eng der Beziehungsstatus und das emotionale Wohlbefinden zusammenhängen.

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Die Ergebnisse zeigen: Menschen berichteten insgesamt von einem höheren Wohlbefinden, wenn sie in einer Partnerschaft lebten. Doch nicht jede Beziehung machte glücklicher. Entscheidend war die Zufriedenheit mit dem Partner. Wer in einer schlechten oder nur mittelmäßigen Beziehung lebte, war mit seinem Leben weniger zufrieden als Singles und fühlte sich häufiger traurig, deprimiert oder verzweifelt.

Einsamkeit wird seltener

Einen Unterschied machte die Beziehung jedoch in einem Punkt: Wer einen Partner hat, fühlt sich seltener einsam – unabhängig von der Qualität der Beziehung. Damit greift die Studie eine verbreitete Sorge auf: die Angst, allein zu sein.

Studienleiter Elyakim Kislev betont: „Das Besondere an dieser Studie ist, dass wir die Teilnehmer über mehrere Jahre begleitet haben, um zu sehen, wie sich ihr Glücksempfinden mit ihrem Beziehungsstatus veränderte. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass es nicht allein darauf ankommt, ob man in einer Beziehung ist. Die Qualität der Beziehung ist der entscheidende Faktor für unser emotionales Wohlbefinden.“

Grenzen der Untersuchung

Die Studie hat jedoch auch Einschränkungen. Die Forscher berücksichtigten nicht, dass Menschen im Laufe der Jahre beruflich aufsteigen, mehr Geld verdienen oder gesundheitliche Probleme bekommen können. All das kann beeinflussen, wie zufrieden sie mit ihrem Leben sind und ob sie einen Partner haben. Zudem untersuchten die Wissenschaftler nicht, warum Menschen Single waren. Ob jemand bewusst allein lebt, zwischen zwei Beziehungen steht oder unfreiwillig keinen Partner findet, könnte ebenfalls eine Rolle für die Lebenszufriedenheit spielen.

Insgesamt zeigt die Studie jedoch: Eine gute Beziehung kann das Wohlbefinden steigern, während eine schlechte Beziehung sogar negativer wirken kann als das Single-Dasein. Wer also unglücklich in seiner Partnerschaft ist, sollte sich nicht scheuen, auch das Alleinsein als mögliche Option zu betrachten.

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