Neue Ära bei den Münchner Philharmonikern: Lahav Shani startet als Chefdirigent
Münchner Philharmoniker: Lahav Shani startet als Chefdirigent

Neue Ära bei den Münchner Philharmonikern: Lahav Shani startet als Chefdirigent

Bei den Münchner Philharmonikern bricht eine neue Zeit an. Mit der kommenden Saison hat das renommierte Orchester endlich wieder offiziell einen Chefdirigenten: den 37-jährigen Lahav Shani. Kulturreferent Marek Wiechers sprach bei der Programmvorstellung von einem "Aufbruch" und dem "Beginn einer neuen Ära".

Ende einer Vakanz seit 2022

Das Orchester war seit 2022 ohne Chefdirigent. Damals musste der Russe Waleri Gergijew gehen, der als Vertrauter von Wladimir Putin galt und sich nicht vom russischen Einmarsch in die Ukraine distanzierte. Diese Vakanz ist nun nach vier Jahren beendet.

Krisen als verbindendes Element

Auch um den in Tel Aviv geborenen Shani gab es Kontroversen. Im vergangenen Jahr lud das Flanders Festival Ghent die Philharmoniker und Shani aus, mit der Begründung, seine Haltung zur israelischen Regierung sei nicht klar. Dieser Schritt löste eine Antisemitismus-Debatte aus und wurde international scharf kritisiert, sogar der belgische Regierungschef distanzierte sich.

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"Das Orchester hat sich ganz klar und deutlich hinter Lahav Shani gestellt", betont Kulturreferent Wiechers. "Es ist bemerkenswert, wie eng diese Krisensituation das Orchester und den jetzigen Chefdirigenten nochmal zusammengebracht hat."

Ambitionierte Tourneepläne und Preiserhöhungen

Shani kündigt an, dass das Orchester in der kommenden Saison verstärkt auf Tournee gehen wird: "Wir haben so viele Konzerte auf Tourneen wie noch nie seit 2007. Das bedeutet, es gibt so viel Publikum und so viele Veranstalter, die unbedingt das Orchester mit mir hören wollen."

Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Die Ticketpreise in der Münchner Isarphilharmonie werden um bis zu sechs Prozent erhöht. Intendant Florian Wiegand erklärt, dies treffe vor allem hochpreisige Kategorien und solle Einschnitte aus dem öffentlichen Kulturetat ausgleichen, ohne am Angebot zu sparen. "Wir trauen es uns zu, die Kartenpreise zu erhöhen", sagt Wiegand – bei einer aktuellen Auslastung von 90 Prozent.

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