Rostocker Schifffahrtsmuseum eröffnet interaktiven Miniport mit ferngesteuerten Schiffen
Miniport im Rostocker Schifffahrtsmuseum: Kreuzfahrer zum Selbersteuern

Maritime Erlebniswelt im Rostocker Schifffahrtsmuseum eröffnet

Kreuzfahrtschiffe und Fähren selbst durch einen detailgetreuen Hafen steuern – dieser Traum wird für Besucher des Schifffahrtsmuseums Rostock jetzt Wirklichkeit. Auf Deck 3 des Traditionsschiffes im IGA-Park erwartet Gäste ein komplett runderneuerter Miniport, der die maritime Welt der Hansestadt in Miniaturformat präsentiert.

Interaktiver Spaß für Groß und Klein

„Ein großer Spaßfaktor für Eltern und Kinder“, betont Museumsleiterin Dr. Kathrin Möller die Attraktivität der neuen Anlage. Auf einer Fläche von fünf mal sieben Metern erstreckt sich der Nachbau des Rostocker Seehafens im Maßstab 1:87, der mit Tausenden Litern Wasser gefüllt ist. Besucher können an speziellen Pulten mit Steuerrädern bis zu drei Schiffsmodelle gleichzeitig durch das Wasserbecken lenken.

Zu den Highlights gehören originalgetreue Modelle der Kreuzfahrtreederei AIDA und der Scandlines-Fähre „Berlin“. Das Modell der „AIDAdiva“ wurde eigens mit modernster 3D-Druck-Technologie angefertigt und übersteht selbst kleinere Kollisionen mit der Kaimauer unbeschadet. „Gar nicht so einfach“, kommentiert Museumsmitarbeiterin Henrike Hübner ihre ersten Steuerversuche, die den spielerischen Charakter der Installation unterstreichen.

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Fünf Jahre Modernisierung mit Sponsorenhilfe

In den vergangenen fünf Jahren investierte das Museum knapp 35.000 Euro in den Ausbau und die Modernisierung des Miniports. Zwei Drittel dieser Summe stammen von Sponsoren aus dem Rostocker Hafenumfeld, was die enge Verbindung zwischen Museum und maritimer Wirtschaft unterstreicht.

Die erweiterte Anlage gewinnt deutlich an Detailreichtum und thematischer Vielfalt. Neu hinzugekommen sind unter anderem die Fährverbindung zwischen Warnemünde und Hohe Düne, die Neptun Werft als bedeutender Schiffbaustandort und der Getreidebelader SL1200 von Euroports. Ein Windrad des Herstellers Nordex erinnert daran, dass im Breitling bereits 2005 Deutschlands erste Offshore-Windkraftanlage errichtet wurde.

Markante Hafenelemente im Miniaturformat

  • Der Kranhersteller Liebherr ist mit seinem charakteristischen Hafenkran vertreten
  • Das Cruise Center Warnemünde als wichtiger Anlaufpunkt für Kreuzfahrtschiffe
  • Die Warnowwerft mit ihrem markanten Bockkran
  • Das Marinearsenal und weitere Unternehmen des Überseehafens
  • Die Verkehrsleitzentrale Hohe Düne und der Tonnenhof Warnemünde

Bildungsaspekt und zukünftige Erweiterungen

Eine umlaufende Umrandung informiert mit umfangreichen Erklärungen und Fotos über die maritime Infrastruktur des Rostocker Hafens und seiner Anrainer. „Unsere Besucher können selbst aktiv werden und die Abläufe im Hafen interaktiv erleben“, erklärt Museumsleiterin Möller das pädagogische Konzept hinter der Installation.

Die Pläne für die Zukunft sind bereits geschmiedet: „Wir wollen die Anlage noch durch den Marinestützpunkt Hohe Düne ergänzen. Da müssen wir aber noch Überzeugungsarbeit bei der Marine leisten“, verrät Möller. Mit den neuen Schiffen und Einrichtungen spiegelt der Miniport die maritime Vielfalt Rostocks anschaulicher denn je wider und macht Hafenthemen wie Fährverkehr, Hafenlogistik, Kreuzfahrtschifffahrt und erneuerbare Energien für alle Altersgruppen begreifbar.

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