Zweite Staffel 'Máxima' bei RTL+: Zähneputzen statt Sex-Szenen im Königshaus
Zweite 'Máxima'-Staffel: Zähneputzen statt Sex-Szenen

Zweite Staffel der 'Máxima'-Serie: Palastleben unter der Lupe

In der Amsterdamer Nieuwe Kerk erklingt argentinischer Tango, melancholisch und romantisch. Die Kamera fängt das Gesicht der Braut ein – und ja, da rollt eine Träne herab. Es ist der 2. Februar 2002, der Hochzeitstag des niederländischen Kronprinzen Willem-Alexander mit der Argentinierin Máxima Zorreguieta. Diese bewegenden Bilder gingen damals um die Welt und berührten Millionen von Zuschauern.

Von der Hochzeit bis zur Thronbesteigung

Genau mit dieser königlichen Hochzeit beginnt nun die zweite Staffel der erfolgreichen Serie 'Máxima', die heute bei RTL+ startet und zunächst nicht im linearen Fernsehen ausgestrahlt wird. Nachdem die erste Staffel aus dem Jahr 2024 die Romanze des Paares sowie Máximas Kindheit und Jugend in Argentinien während der Militärdiktatur zeigte, widmet sich die neue Staffel in sechs Folgen dem Zeitraum von der Hochzeit bis zur Thronbesteigung von Willem-Alexander im April 2013.

Die Serie bleibt auch in dieser Staffel nahe an den historischen Ereignissen in Politik und Familie, doch vieles bleibt Fantasie. „Die Palastmauern sind dick, viel dringt nicht hinaus vom persönlichen Leben der Oranjes“, heißt es. Dennoch gelingt es den Schauspielern, ein glaubwürdiges Bild des königlichen Lebens zu zeichnen.

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Delfina Chaves als überzeugende Máxima

Delfina Chaves verkörpert Máxima mit argentinischem Temperament und in drei Sprachen äußerst authentisch. Mal tanzt sie wild mit Freundinnen, Joint im Mund, im Palast, dann wieder radelt sie durchs Land oder handelt geschickt Deals mit den Medien aus. „Sie kommt ja aus einem ganz anderen Teil der Welt“, erklärt Chaves in einem Interview in Amsterdam. Sprache, Temperament, Klima – alles sei anders gewesen, und sie habe großen Respekt vor den Opfern, die Máxima gebracht habe.

Máximas Tränen bei der Hochzeit waren sicher nicht nur Tränen der Rührung, sondern auch der Trauer, denn ihre Eltern fehlten. Ihr Vater war wegen seiner Beteiligung an der Militärdiktatur unerwünscht, die Mutter blieb aus Solidarität fern. In einer Schlüsselszene fragt Willem-Alexander seine Braut auf dem Weg zur Kirche: „Bist du bereit?“ Sie antwortet mit Ja, doch eigentlich weiß sie nicht, was sie erwartet – plötzlich ohne Karriere, aber mit der Erwartung, schnell Kinder zu bekommen.

Liebe unter dem Druck von Medien und Protokoll

Willem-Alexander steht ebenfalls unter großem Druck von Medien und seiner Mutter, Königin Beatrix. Martijn Lakemeier, der den Prinzen spielt, fasziniert besonders, wie ein Mensch mit einer Rolle umgeht, in die er hineingeboren wurde. Er zeigt auch die private Seite: „Er ist witzig, intelligent, ein guter Vater, leidenschaftlich – vor allem, wenn es um Sport geht.“

In den neuen Folgen muss sich die Liebe des Paares unter dem Druck von Medien und strengem Protokoll beweisen. Auffällig oft sieht man das königliche Paar nun beim Zähneputzen – anstelle der wilden Sex-Szenen aus der ersten Staffel.

Neue Figuren und familiäre Dynamiken

Neue Figuren bereichern die Handlung: die Brüder des Kronprinzen, Friso und Constantijn, sowie ihre Frauen Mabel und Laurentien. Sie bringen Pfeffer ins Palastleben, besonders Mabels Vergangenheit sorgt für Zunder im ansonsten braven Königshaus. Die Familie erlebt Höhen und Tiefen – vom Kummer um den Vater und Bruder bis zur Freude über die Geburt der drei Töchter – in der Ferienvilla in der Toskana oder im Palast in Den Haag.

„Die Familienszenen haben mir am meisten Spaß gemacht“, verrät Lakemeier. „Es ist schön, sich vorzustellen, wie sie am Esstisch sitzen und über damals aufkommende Dinge wie Twitter diskutieren.“

Internationaler Erfolg und dritte Staffel angekündigt

Die Serie entwickelte sich zu einem überraschenden Erfolg und wurde in mehr als 85 Länder verkauft. Eine dritte Staffel ist bereits angekündigt. Sebastian Koch, der den deutschen Prinzen Claus spielt, sieht in Royals moderne Vorbilder ähnlich Hollywood-Stars. „Máxima ist eine charismatische Frau“, sagt er. „Ihre Geschichte ist spannend – jemand mit ungezügeltem Temperament in einem vom Protokoll bestimmten Haus. Da schmeißt sie auch mal ein Porzellantässchen kaputt. Man leidet mit, man lacht mit.“

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Koch porträtiert erneut Prinz Claus, der wie Máxima viel für seine Liebe opferte. „Er war Diplomat, Reisender, weltoffen, und dann steht er plötzlich in einem Palast in der zweiten Reihe“, beschreibt Koch die Rolle, die auch Claus' Parkinson-Krankheit einfühlsam darstellt.

Das größte Rätsel bleibt

Ein Geheimnis wird auch in dieser Staffel nicht gelüftet: Schauen Máxima und Willem-Alexander die Serie selbst? Offiziell heißt es Nein, und es gibt keinerlei Kommentar. Doch es ist kaum vorstellbar, dass zumindest die drei Prinzessinnen nicht „lekker gezellig“ vom Sofa aus die fiktiven Abenteuer ihrer Eltern verfolgen.