Regie-Debüt in Parchim: Schauspielerin Lena Blauth inszeniert erfolgreich 'Wutschweiger'
Lena Blauth feiert Regie-Debüt mit 'Wutschweiger' in Parchim

Premierenfieber in Parchim: Vom Schauspiel zur Regie

Standing Ovations, begeisterter Applaus und ein voll besetzter Saal – die Premiere von „Wutschweiger“ auf der Probebühne des Jungen Staatstheaters Parchim wurde zu einem vollen Erfolg. Für die Schauspielerin und Theaterpädagogin Lena Blauth markierte dieser Abend einen besonderen Wendepunkt in ihrer Karriere. Statt wie gewohnt auf der Bühne zu stehen, nahm sie im Zuschauerraum Platz und feierte ihr offizielles Regie-Debüt.

Ein lang gehegter Wunsch wird überraschend früh Wirklichkeit

„Irgendwann einmal Regie führen – das war schon lange mein Traum“, erklärt die 28-jährige Lena Blauth. „Allerdings dachte ich, dass dies erst in zehn bis zwanzig Jahren Realität werden würde.“ Die ausgebildete Schauspielerin, die ihr Studium an der Stuttgarter Theaterakademie absolvierte, hatte zwar im Rahmen ihrer Ausbildung eine Regieprüfung abgelegt, doch mit einem so frühen öffentlichen Debüt hatte sie nicht gerechnet.

Als die Entscheidung fiel, das Stück „Wutschweiger“ in der aktuellen Spielzeit auf die Bühne zu bringen, war noch nicht absehbar, dass Blauth die Regie übernehmen würde. „Ich bin aber unendlich froh, dass ich den Mut gefasst und diese Herausforderung angenommen habe“, betont die Künstlerin mit den markanten rotblonden Haaren.

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Neue Aufregung hinter den Kulissen

Premieren sind für die erfahrene Schauspielerin kein unbekanntes Terrain mehr, doch die Nervosität vor ihrem Regie-Debüt war von anderer Qualität. „Als Schauspielerin kenne ich den Moment einer Premiere natürlich. Aber diese Aufregung war eine völlig andere. Ich war wirklich sehr nervös“, gibt Blauth Einblick in ihre Gefühlswelt.

Besonders dankbar ist sie für das Vertrauen, das ihr Dramaturgin Katja Mickan und ihr Kollege Thomas entgegenbrachten. „Dass es eine große Herausforderung werden würde, war mir von Anfang an klar. Aber ich habe mir einfach gesagt: ‚Du machst das jetzt!‘“

Umfassende Verantwortung: Von der Regie bis zum Bühnenbild

Neben der Regiearbeit übernahm Lena Blauth auch die Verantwortung für Bühnenbild und Kostüme der beiden Protagonisten Sammy und Ebenezer – absolute Neuland für die Schauspielerin. „Ich bin sehr dankbar für die Expertise, die ich von außen erhalten habe. Räumliches Vorstellungsvermögen und technische Umsetzbarkeit waren deutlich größere Aufgaben, als ich es gewohnt war.“

Ein Stück, das den Nerv der Zeit trifft

„Wutschweiger“ erzählt die berührende Geschichte zweier Jugendlicher aus völlig unterschiedlichen sozialen Verhältnissen. Ebenezer, der aus einer gebildeten Familie stammt, trifft auf Sammy, einen rauen Charakter mit Problemen im Sozialverhalten. Als Ebenezers Familie durch Kündigungen und Geldprobleme gezwungen ist, in dasselbe Hochhaus wie Sammy zu ziehen, entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft.

Die Dramaturgin Katja Mickan betont die Aktualität des Themas: „Jeder soll begreifen, dass Armut jeden treffen kann. In jeder Klasse gibt es Schüler, die mit diesem Problem konfrontiert sind.“ Das Stück zeige bewusst keine einfachen Lösungen auf – diese müssten die Zuschauer selbst erkennen.

Großes Lob und Zukunftsperspektiven

Dramaturgin Katja Mickan lobt die Leistung der jungen Regisseurin, die aktuell im zweiten Jahr am Jungen Staatstheater Parchim engagiert ist: „Sie hat das wirklich ausgezeichnet gemacht, und ich würde mich sehr freuen, wenn Lena diesen Weg weiterverfolgen würde. Die Arbeit ist toll herausgearbeitet worden.“

Um möglichst vielen Schülern und Lehrern den Zugang zu ermöglichen, wird das Stück nicht nur im Haus am Fischerdamm gezeigt, sondern auch direkt in Schulen der Region aufgeführt. Die Nachfrage ist bereits vorhanden, wie Katja Mickan bestätigt: „Wir würden uns über weitere Anfragen sehr freuen.“

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Vielseitige Bühnenerfahrung in kurzer Zeit

Innerhalb von nur zwei Jahren stand Lena Blauth bereits in dreizehn verschiedenen Produktionen auf der Bühne. Zu ihren Lieblingsrollen am Jungen Staatstheater Parchim zählen „Falsche Schlange“ und „Das Heimatkleid“. Beide Stücke bieten ihr unterschiedliche Herausforderungen: „Wenn ich mit Kollegen zusammen spiele, kann ich deren Impulse aufnehmen. Stehe ich allein auf der Bühne, dann bin ich meine eigene Endgegnerin.“

Nach ihrem erfolgreichen Regie-Debüt wird Blauth zwar gedanklich weiterhin bei „Wutschweiger“ dabei sein – „wobei ich am Anfang bestimmt noch einmal Mäuschen spielen werde“, sagt sie lachend – doch der Fokus liegt nun wieder auf ihrer Schauspieltätigkeit. Die Premiere hat jedoch gezeigt: Das Regiefach könnte in Zukunft eine weitere wichtige Säule ihrer künstlerischen Arbeit werden.