Hera Lind: Schriftstellerin würde sich immer wieder für Kinder entscheiden
Die bekannte Schriftstellerin Hera Lind hat in einem aktuellen Interview mit der Augsburger Allgemeinen über ihre persönlichen Erfahrungen als Mutter gesprochen. Die Autorin, die durch Werke wie Das Superweib berühmt wurde, betont dabei die zentrale Rolle, die Kinder in ihrem Leben spielen.
Kinder als Lebenssinn
Hera Lind zieht einen interessanten Vergleich, um ihre Einstellung zu Kindern zu verdeutlichen. „Loriot schrieb, dass ein Leben ohne Hund möglich, aber sinnlos sei, für mich gilt das für Kinder“, erklärte die 68-jährige Autorin. Sie fügte hinzu, dass es dabei nicht zwingend um die eigenen Kinder gehen müsse. „Das müssen nicht nur die eigenen sein, man kann sein Herz an jedes Kind verlieren“, so Lind weiter. Diese Aussage unterstreicht ihre tiefe Verbundenheit mit dem Thema Familie und Erziehung.
Erfahrungen mit Kindererziehung
Die Schriftstellerin, die selbst vier Kinder großgezogen hat, sprach offen über die Unterstützung, die sie bei der Erziehung in Anspruch genommen hat. Sie erwähnte dabei explizit eine Kinderfrau und mehrere männliche Au-Pairs. Lind legt besonderen Wert auf die Vorbildfunktion, die männliche Betreuungspersonen einnehmen können. „Hier lege ich Wert darauf, dass gerade männliche Au-Pairs eine Vorbildfunktion haben“, sagte sie.
Sie erläuterte dies mit einem humorvollen Verweis auf Loriot: „Meine Söhne haben gelernt, dass auch, und da lehne ich mich wieder an Loriot an, 'Kosakenzipfel-Träger' sehr wohl in der Lage sind, einen Tisch abzuräumen“. Diese Erfahrungen haben nach ihren Angaben positive Auswirkungen gehabt. „Heute sind meine Söhne die weltbesten Ehemänner und Väter“, resümierte Lind stolz.
Literarische Auseinandersetzung mit Rollenbildern
Hera Lind hat sich in ihrer literarischen Karriere immer wieder intensiv mit Frauen- und Geschlechterrollen beschäftigt. Ihre Romane, die oft gesellschaftskritische Themen aufgreifen, zeigen eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit diesen Fragen. Das aktuelle Interview bietet nun einen persönlichen Einblick, wie diese Themen ihr eigenes Leben geprägt haben.
Die Autorin verbindet dabei literarische Reflexion mit praktischen Erfahrungen aus ihrem Familienalltag. Ihre Aussagen machen deutlich, dass für sie theoretische Überlegungen zu Geschlechterrollen und konkrete Erziehungserfahrungen eng miteinander verknüpft sind.



