Die Frau hinter dem Banksy-Phänomen: Joy Millwards entscheidende Rolle
Hinter jedem großen Künstler steht oft eine starke Persönlichkeit – im Fall des weltberühmten Graffiti-Künstlers Banksy scheint diese These nun konkrete Formen anzunehmen. Mehrere britische und amerikanische Medien berichten aktuell, dass die politische Strategin Joy Charlotte Millward nicht nur seit zwei Jahrzehnten mit dem Künstler verheiratet ist, sondern auch eine Schlüsselrolle in seiner Karriere gespielt hat.
Die geheime Hochzeit in Las Vegas
Laut der „New York Post“ soll Banksy, dessen bürgerlicher Name Robin Gunningham lauten soll, bereits am 2. Januar 2006 in einer kleinen Hochzeitskapelle in Las Vegas mit Joy Millward die Ehe geschlossen haben. Die Heiratsurkunde trage ihren Namen, und die Verbindung bestehe damit seit über 20 Jahren. Millward, von der nur wenige Fotos aus dem Jahr 2007 existieren – darunter eines von einer Fachkonferenz des „National Hepatitis C Network“ – soll dem Künstler bereits 2003 begegnet sein.
Politische Expertise als künstlerischer Katalysator
Was Millward besonders macht, ist ihr beruflicher Hintergrund: Sie verfügt über Erfahrung in politischer Lobbyarbeit und arbeitete als Forscherin für den verstorbenen Labour-Abgeordneten Austin Mitchell. Laut dem Fachportal „Artmajeur.com“ hat sie diese Expertise genutzt, um Banksy nicht nur bei seiner Arbeit zu unterstützen, sondern auch sein künstlerisches Konzept aktiv mitzugestalten.
„Diskret, aber einflussreich habe sie eine Schlüsselrolle bei der Wahrung der Anonymität von Banksy und bei der erfolgreichen Verschmelzung von Straßenkunst und sozialer Botschaft gespielt“, heißt es in dem Bericht. Gerade die geheimnisvolle Unbekanntheit des Künstlers habe sein Werk für viele so faszinierend gemacht – und Millward soll maßgeblich dafür gesorgt haben, dass dieses Geheimnis so lange gewahrt blieb.
Kontroverse Positionen und finanzieller Erfolg
Banksy, dessen Vermögen auf etwa 26 Millionen Dollar (umgerechnet mehr als 22 Millionen Euro) geschätzt wird, bleibt trotz seines kommerziellen Erfolgs eine umstrittene Figur. Kritiker werfen ihm eine strikt antisemitische Haltung und die Unterstützung radikaler Israelfeinde vor, etwa durch sein „Walled Off Hotel“ in Bethlehem mit einer Dauerausstellung, die den Staat Israel diskreditiert.
Dennoch ist sein Einfluss auf die Kunstwelt unbestritten. Werke wie „Girl with Balloon“ („Mädchen mit Ballon“), das sich nach einer Auktion selbst zerstörte, sind zu Ikonen geworden. Die Enthüllung von Millwards Rolle wirft nun ein neues Licht auf die Entstehung dieses Phänomens – und zeigt, dass hinter dem anonymen Künstler möglicherweise nicht nur ein Mann, sondern ein kreatives und strategisches Duo steht.



