Neue Comedy-Serie bei Apple TV: Elle Fanning am Wickeltisch und auf OnlyFans
Eine junge Frau wird ungewollt schwanger und sucht nach unkonventionellen Wegen, ihre finanzielle Situation zu verbessern. Der Achtteiler „Only Margo“ mit den Hollywood-Stars Michelle Pfeiffer und Elle Fanning erzählt eine anrührende Geschichte gegen gesellschaftliche Vorurteile und für mehr Empathie.
Türklinken ablecken und mit nackten Füßen Butter treten
Die amerikanische Schauspielerin Elle Fanning beschreibt ihre Recherche für die neue Serie als ungewöhnlich und intensiv. „Es kann extrem werden, sehr extrem – aber auch so harmlos sein wie etwa in Butter treten oder an Türklinken lecken“, sagt Fanning im Interview über ihre Erfahrungen mit der Plattform OnlyFans.
Die von David E. Kelley entwickelte Serie mit insgesamt 8 Episoden ist seit dem 15. April auf Apple TV verfügbar. Zum Start wurden drei Folgen veröffentlicht, danach folgt wöchentlich eine neue Episode bis zum 20. Mai.
Eine talentierte Studentin mit unerwarteten Wendungen
Im Zentrum der Handlung steht Margo, eine begabte Literatur-Studentin, deren Lebensplanung durch eine ungewollte Schwangerschaft von ihrem verheirateten Professor komplett durcheinandergewirbelt wird. Statt an einer renommierten Universität verbringt sie ihre Zeit nun als alleinerziehende Mutter, die mit Mastitis und finanziellen Problemen kämpft.
Während sie für die Brustentzündung auf das Hausmittel gekühlter Kohlblätter zurückgreift, probiert sie für ihre Geldsorgen eine deutlich unkonventionellere Lösung: die Plattform OnlyFans, die schnelles Geld durch expliziten und kreativen Content verspricht.
Von Penis-Bewertungen zu einer sexy Außerirdischen
Unter dem Pseudonym „Hungry Ghost“ beginnt die 19-Jährige, ihr schriftstellerisches Talent zu Geld zu machen. Margo bewertet Penisbilder, indem sie sie mit Pokémon-Charakteren vergleicht, und schlüpft in ihren Videos in die Rolle einer verführerischen Außerirdischen.
Was ursprünglich als vorübergehende Lösung gedacht war, entwickelt sich zu Margos großer Leidenschaft, die sie kontinuierlich ausbaut. Neben dem dringend benötigten Einkommen bringt ihr diese Tätigkeit jedoch auch einen komplizierten Sorgerechtsstreit ein.
Michelle Pfeiffer als besorgte Mutter
Dass diese ungewöhnliche Karriere nach hinten losgehen könnte, treibt auch Margos lebhafte Mutter Shyanne um, gespielt von Michelle Pfeiffer. Sie ist selbst durch einen One-Night-Stand jung Mutter geworden, selten gradlinig durchs Leben gegangen und wünscht sich für ihre Tochter ein leichteres Schicksal.
„Es sind einfach eine Reihe fehlerhafter, widersprüchlicher Menschen, die versuchen, mit dem, was ihnen das Leben zugespielt hat, ihr Bestes zu tun“, erklärt Pfeiffer die Grundstimmung der Serie. „Am Ende des Tages lieben sie einander – und letztlich ist es genau das, was zählt.“
Unperfekte Charaktere, die ans Herz gehen
Fanning, Pfeiffer und auch Nick Offermann in der Rolle von Margos Vater spielen Charaktere, die alles andere als perfekt sind und gerade deshalb besonders authentisch wirken. Als Zuschauer leidet man bei jedem Fehltritt mit und entwickelt Sympathie für alle Beteiligten.
Besonders berührend ist die Figur des Vaters Jinx, eines frisch aus der Entzugsklinik entlassenen ehemaligen Profi-Wrestlers, der in einer emotionalen Überreaktion jemandem die Hand gebrochen hat und nun versucht, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Literarische Vorlage und Produktionshintergrund
Die Serie basiert auf dem Bestseller-Roman „Only Margo“ der Autorin Rufi Thorpe aus dem Jahr 2024. „Es ist weder Komödie noch Drama, sondern liegt genau dazwischen – und fühlt sich einfach wie das echte Leben an“, beschreibt Fanning den besonderen Ton der Produktion.
Mitproduziert wurde die Serie von Nicole Kidman, deren Rolle als ehemalige Show-Wrestlerin zu den Highlights der Handlung gehört. Die Vorbereitung auf ihre Rolle führte Fanning tief in die Welt von OnlyFans, wo Creator verschiedenste Inhalte gegen Geld veröffentlichen.
Persönliches Wachstum und neue Freundschaften
Margo setzt sich in der Serie über alle gesellschaftlichen Vorverurteilungen hinweg und findet zu unerwarteter Stärke. Durch ihre Rolle habe sie an Selbstvertrauen und Mut gewonnen, berichtet Fanning. „Ich habe auch gelernt, Windeln zu wechseln und so etwas. Das hatte ich vorher noch nie gemacht, also habe ich das am Set gelernt und viel Übung bekommen.“
Die gemeinsame Arbeit hat Pfeiffer und Fanning nicht nur beruflich zusammengebracht. „Aber das ist das erste Mal, dass wir uns, glaube ich, wirklich auf einer tieferen Ebene kennengelernt haben“, sagt Pfeiffer. „Wir sind jetzt tatsächlich befreundet und treffen uns oft.“
Die Serie „Only Margo“ verbindet humorvolle Momente mit tiefgründigen Einblicken in das Leben unkonventioneller Charaktere und bietet dabei eine erfrischende Perspektive auf moderne Lebensrealitäten.



