Theaterakademie Zinnowitz: Absolventen entdecken Kolumbus neu mit Satire und Musik
Absolventen entdecken Kolumbus neu mit Satire und Musik

Theaterakademie Zinnowitz: Absolventen entdecken Kolumbus neu mit Satire und Musik

Land in Sicht! Die Absolventen der Theaterakademie Vorpommern in Zinnowitz segeln mit ihrer Abschlussarbeit aufs offene Meer der Bühnenkunst. Ihre Inszenierung „Die wahre Geschichte des Christoph Kolumbus“ erzählt musik-, konflikt- und komikreich eine alternative Version der Entdeckung Amerikas. Das Stück, das am 15. April Premiere feiert, ist nicht nur eine traditionelle „Gesellenprüfung“, sondern auch Startpunkt eines größeren deutsch-polnischen Kulturprojekts.

Ein Stück mit historischem Hintergrund und moderner Relevanz

Regie führt Tilo Esche, Schauspieldirektor der Uckermärkischen Bühnen Schwedt, der betont, wie wichtig es ist, mit jungen Schauspielern zu arbeiten, um einen „Umbruch in den Köpfen“ zu fördern. Das Stück basiert auf Jura Soyfers „Broadway-Melodie 1492“, einer satirischen Revue aus den 1930er Jahren, die den Eroberungs- und Machthunger der Kolonialzeit aufs Korn nimmt. Soyfer, der mit 26 Jahren im KZ Buchenwald starb, gilt als eine der wichtigsten Stimmen der österreichischen Literatur. Die Umbenennung in „Die wahre Geschichte des Christoph Kolumbus“ soll in der Urlaubsregion Usedom Neugier wecken und zugleich die aktuelle Bedeutung des Themas unterstreichen.

Dynamik und Herausforderungen in der Probenarbeit

Für die Stückauswahl sprach laut Esche das Kriterium, dass jeder der Eleven ordentlich etwas zu spielen hat. Soyfers Revue mit 30 Rollen erzählt von einer Theatertruppe, die das Burgtheater erobern will, aber nur Kulissen und Musik der Oper „Carmen“ zur Verfügung hat. Diese Einschränkung schafft Dynamik, Turbulenz und Heiterkeit. Ausstatter Andreas Walkows stand vor der Herausforderung, die vielen Schauplätze in eine Szenerie zu bringen, die an verschiedenen Spielstätten – bis hin zu einem Schiff – funktioniert. Er betont, dass bei der Neugier auf Theater „das Geburtsdatum keine Rolle“ spielt, und beobachtet zugleich Konflikte junger Schauspieler mit Texten, mit denen sie sich nicht identifizieren.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Improvisation und Vertrauen als Schlüssel zum Erfolg

In der Probenarbeit entstand ein gegenseitiges Vertrauen, um „hinter dem, was man tut, zu stehen“, so Esche. Die Rollenbesetzung erfolgte nach einer Woche Improvisation, und manche Parts wechseln sogar während des Stücks. Ziel ist es, dass Inszeniertes wie Improvisiertes wirkt – eine Herausforderung, die hoffentlich Spaß macht. Die Musik, die bekannte „Carmen“-Melodien mit Adaptionen populärer Schlager mischt, trägt dazu bei. Das Stück ist Teil des deutsch-polnischen Netzwerks Via Teatri, in dem die Vorpommersche Landesbühne mit den Uckermärkischen Bühnen Schwedt und der Oper im Schloss Stettin zusammenarbeitet, und wird auch an deren Spielstätten aufgeführt.

Premiere und weitere Vorstellungen

„Die wahre Geschichte des Christoph Kolumbus“ hat am 15. April um 19.30 Uhr Premiere in der Blechbüchse Zinnowitz. Weitere Vorstellungen sind am 17. und 18. April, 9. Mai, 3., 11. und 30. Juni, 13. und 31. Juli, 7. und 17. August sowie 1. September geplant. Karten sind unter der Telefonnummer 03971 2688800 erhältlich. Diese Inszenierung markiert nicht nur den Start in die professionelle Karriere der jungen Schauspieler, sondern auch einen lebendigen Beitrag zum kulturellen Austausch in der Region.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration