Tag der offenen Klosterstätten: Historische Anlagen in MV laden zur Entdeckung ein
Am Sonntag, dem 12. April, findet in Mecklenburg-Vorpommern der vierte Tag der offenen Klosterstätten statt. Die offizielle Eröffnung beginnt um 11 Uhr im Kloster Rühn, das vom Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern und der Gemeinschaft der Klosterstätten zum „Kloster des Monats“ April ernannt wurde. Diese Auswahl ist Teil einer bundesweiten Initiative des Bundes Heimat und Umwelt, der die Klosterlandschaften zum Kulturdenkmal des Jahres 2026 erklärt hat.
Kloster Rühn: Vom Zisterzienserinnenkloster zur kulturellen Begegnungsstätte
Das Kloster Rühn wurde im Jahr 1232 als Zisterzienserinnenkloster gegründet. Nach der Reformation diente die Anlage vielfältigen Zwecken, darunter als Damenstift, Verwaltungssitz, Wohngebäude, Hotel, Pension, Erholungsheim und Jugendwerkhof. Nach einer längeren Leerstandsphase, in der die Gebäude zunehmend verfielen, übernahm der gemeinnützige Klosterverein Rühn im Jahr 2008 die Anlage. Der Kauf wurde durch private Spenden aus der Region ermöglicht.
Seitdem laufen kontinuierlich Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen. Dächer wurden instand gesetzt, und die ehemalige Winterkirche als Teil des Kreuzgangs wurde komplett saniert. Teile des Klosters sind bereits für Besucher zugänglich, wobei die Anlage als fortlaufende Baustelle präsentiert wird. Die Bauarbeiten werden sich voraussichtlich über mehrere Jahre erstrecken.
Kulturelles Leben und Veranstaltungen im Kloster Rühn
Der ehrenamtlich geführte Verein organisiert im Jahresverlauf zwei größere Veranstaltungen: ein mittelalterliches Klosterfest im Mai sowie einen Adventsmarkt. Beide Formate ziehen nach Vereinsangaben zusammen jährlich etwa 10.000 Gäste an. Zudem finden regelmäßig Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und weitere Kulturangebote statt. Seit 2010 dient das Kloster als Spielstätte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.
In den Gebäuden haben sich inzwischen 14 Pächter niedergelassen, darunter Künstler, eine Ölmühle, eine Brauerei, eine Tischlerei und eine Eisherstellung. Diese Vielfalt trägt dazu bei, das Kloster zu einer lebendigen kulturellen Begegnungsstätte zu machen.
Weitere Klosterstätten in Mecklenburg-Vorpommern öffnen ihre Türen
Der Bund Heimat und Umwelt hebt Klosterlandschaften als historisch geprägte Kulturlandschaften hervor, die sowohl die Klostergebäude als auch die über Jahrhunderte bewirtschafteten Territorien umfassen. Die Gemeinschaft der Klosterstätten in Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die bundesweite Kampagne 2026 als Kooperationspartner.
Am ersten Sonntag nach Ostern öffnen zahlreiche ehemalige Klosterstätten in der gesamten Region ihre Türen. Von Bergen auf Rügen bis Zarrentin am Schaalsee, von Neukloster bis Dobbertin und Malchow, in Krummin auf Usedom, Franzburg und Ribnitz, in Wanzka, Rehna, Bad Doberan, Dargun und Greifswald können Besucher Geschichte „ganz nah“ erleben. Die Programme bieten Einblicke in die historischen Mauern und ihre Geschichten.
Das detaillierte Programm ist online unter der entsprechenden Veranstaltungswebseite abrufbar. Dieser Tag der offenen Klosterstätten bietet eine einzigartige Gelegenheit, das kulturelle Erbe Mecklenburg-Vorpommerns zu entdecken und zu erleben.



