Grausamer Brauch: Lebendige Tiere wurden einst als Bauopfer eingemauert
Grausamer Brauch: Tiere als Bauopfer eingemauert

Grausamer Brauch: Lebendige Tiere wurden einst als Bauopfer eingemauert

Was früher als normal galt, ist heute zum Glück nicht mehr der Fall: das Einmauern von lebendigen Tieren. Immer wieder stoßen Hausbesitzer und Handwerker bei Umbauarbeiten auf kuriose Funde, doch manche davon sorgen für Gänsehaut und Entsetzen.

Was sind Bauopfer?

Besonders gruselig wird es, wenn Skelette auftauchen. Dabei handelt es sich um sogenannte Bauopfer. Laut architekt.de waren dies ursprünglich Opfer, die vor der Errichtung bestimmter Bauwerke dargebracht wurden. Sie sollten den Ort heiligen, den Bestand des Bauwerks sichern und den mit dem Bau verfolgten Zweck befördern.

Zunächst seien es ausschließlich Menschenopfer oder Teile von Menschen gewesen – beispielsweise Schädel. Später dienten demnach Tiere bis ins späte Mittelalter als Bauopfer. Oft seien es Hunde gewesen, und auf den Britischen Inseln hätte man auch mal Schweineunterkiefer unter den Haustürschwellen deponiert.

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Schutz vor Unheil und Dämonen

Ein Bauopfer sollte den Neubau und seine Bewohner vor Unheil oder Dämonen schützen, heißt es auf jako-baudenkmalpflege.de. So habe man bei Arbeiten im Fuggerschloss in Boos im Landkreis Unterallgäu ein 60 Zentimeter großes Hundeskelett gefunden. Es habe sich im ersten Dachgeschoss zwischen den Holzbalken befunden und sei über 300 Jahre unentdeckt geblieben.

Hotel zeigt mumifizierte Katze

Im Hotel Münchner Hof in Regensburg gibt es bis heute ein Bauopfer zu „bestaunen“. Die Mauern des Hotels würden bis ins Jahr 1300 zurückgehen, heißt es auf der Hotel-Webseite. Bei Umbauarbeiten der neuen Lobby im Jahr 2015 habe man die Holzdecke entfernt und eine mumifizierte Katze aus dem Mittelalter gefunden.

„Es ist ein sehr alter Brauch, dass man zum Schutz der Häuser lebendige Tiere in die Mauern der Häuser einmauerte“, schreibt das Hotel. „Katzen wurden sehr gerne genommen, waren sie doch ein wirkungsvoller Abwehrzauber gegen Hexen, Einbruch und Feuer.“

Die Katze sei während der Bauarbeiten in einem Karton aufbewahrt worden. Anschließend wurde sie wenige Meter vom Fundort entfernt erneut eingemauert: mit einer Glasfront. So können Hotelgäste einen Blick darauf werfen.

Bräuche haben sich verändert

Heute gibt es solche Bräuche nicht mehr – zum Glück. Stattdessen werden zum Beispiel Münzen in der Bodenplatte deponiert. Sie sollen dem Haus Glück und Wohlstand bringen. Manche lassen ihre Häuser auch segnen, um auf moderne Weise Schutz und Segen zu erbitten.

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