Dessau-Wörlitz Gartenreich startet dritte Suche nach neuer Leitung
Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz hat erneut den Direktorenposten ausgeschrieben – bereits zum dritten Mal seit November 2021. Die am Montag veröffentlichte Stellenausschreibung wird von der Hamburger Agentur Kienbaum Consultants betreut und bietet die Chance, dass das UNESCO-Welterbe nach über vier Jahren endlich wieder eine reguläre Führung erhält.
Vakanz seit dem Ausscheiden der ehemaligen Direktorin
Seit dem Dienstende der früheren Direktorin Brigitte Mang im Januar 2022 ist die Leitungsposition unbesetzt. Interessanterweise brachte Mang zwei vorherige Ausschreibungsverfahren juristisch zu Fall, was die langwierige Vakanz erklärt. Als Übergangslösung übernahm im Februar 2023 der sachsen-anhaltische Landesarchäologe Harald Meller den Posten kommissarisch und nebenberuflich.
Die Kulturstiftung mit Sitz im Schloss Großkühnau bei Dessau-Roßlau verwaltet eines der bedeutendsten Gartenkunst-Ensembles Deutschlands. Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich gehört seit 2000 zum UNESCO-Welterbe und umfasst zahlreiche historische Parks, Schlösser und Gartenanlagen aus dem 18. Jahrhundert.
Herausforderungen für die neue Leitung
Die dritte Ausschreibung erfolgt in einer kritischen Phase für die Stiftung. Neben der Bewahrung des kulturellen Erbes stehen auch moderne Herausforderungen wie:
- Digitalisierung der Vermittlungsangebote
- Touristische Erschließung
- Denkmalpflege und Restaurierung
- Finanzierung und Fördermittelakquise
Experten betonen, dass eine stabile Leitung essentiell für die Zukunftsfähigkeit des Welterbes ist. Die lange Vakanz habe bereits zu Planungsunsicherheiten und Verzögerungen bei wichtigen Projekten geführt.
Die Ausschreibung richtet sich an erfahrene Kulturmanager mit nachweisbarer Expertise im Bereich Welterbe und Denkmalpflege. Besondere Bedeutung wird der Fähigkeit beigemessen, die historischen Anlagen zeitgemäß zu vermitteln und für neue Besuchergruppen zu öffnen.
Die Entscheidung über die Besetzung wird voraussichtlich im Herbst 2026 fallen. Bis dahin bleibt Harald Meller als kommissarischer Leiter im Amt und sichert den Betrieb der Stiftung.



