Michael Mittermeier kämpft um seinen Münchner Comedy Club und expandiert nach Wien
Mittermeier: Comedy Club in München sucht neuen Standort

Gebt uns noch ein Jahr: Michael Mittermeiers Kampf um seinen Comedy Club

14. April 2026 - Michael Mittermeier steht an einem Wendepunkt seiner Karriere. Während der Comedian gerade seinen 60. Geburtstag feierte und mit neuen Fernsehformaten beim Bayerischen Rundfunk Erfolge feiert, kämpft er gleichzeitig um die Zukunft seines Münchner Comedy Clubs. Der "Lucky Punch Comedy Club" im Fat Cat muss zum 30. September das Gebäude verlassen, da eine umfangreiche Schadstoffsanierung ansteht.

Neue Heimat in Wien, Suche in München

Parallel zu den Herausforderungen in München hat Mittermeier bereits eine zweite Standbein aufgebaut: In Wien eröffnet er nächste Woche einen weiteren "Lucky Punch Club" im Keller des traditionsreichen Café Prückel. "Das war eine Bauchgeschichte", erklärt Mittermeier im Interview. "Ich will kein Comedy-Club-Franchise machen, aber Wien hat mich gereizt, weil dort noch nicht so viel Comedy-Infrastruktur existiert wie in Berlin oder Hamburg."

Doch sein Herz hängt weiterhin an München. "Gebt uns halt noch ein Jahr!", appelliert er an die Stadtverwaltung. "Auch ein halbes Jahr würde uns schon helfen, weil es einfach nicht leicht ist, in München einen geeigneten Raum zu finden." Der Comedian sucht aktiv nach Alternativlocations und hat bereits mehrere Pop-up-Standorte im Visier, an denen ab Oktober Veranstaltungen stattfinden sollen.

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Neue BR-Formate und Geburtstagsfeier

Zu seinem runden Geburtstag versammelte Mittermeier fast die gesamte Münchner Comedy-Szene im Lucky Punch Club. "Wir haben vorher gesnackt, getrunken, dann gab es eine Comedy-Show inklusive Roast Show", berichtet der 1966 in Dorfen geborene Künstler. "Die Kollegen haben mich geroastet, schön hart angefasst. Ich hab' mich totgelacht."

Am kommenden Freitag startet zudem das neue BR-Format "Comedy auf Bestellung". In der Sendung besuchen jeweils zwei Comedians außergewöhnliche Vereine, lernen die Mitglieder kennen und verarbeiten ihre Erlebnisse in Stand-up-Routinen, die sie dem Verein präsentieren. Zur Premieren-Staffel gehören neben Mittermeier auch Lisa Feller, Maxi Gstettenbauer und Simon Pearce.

"Das Format ist wirklich super", schwärmt Mittermeier von seinen Erfahrungen mit den Ingolstädter Blindenfußballern und den Schwuhplattlern. "Daraus habe ich mir Ideen gestrickt und einen sehr langen Stand-Up gebaut. Hat extrem Spaß gemacht."

Internationale Comedy-Community in München

Der Lucky Punch Club hat sich in München zu einem wichtigen Treffpunkt der internationalen Comedy-Szene entwickelt. "Wir haben Latinos, die regelmäßig auf Spanisch spielen, einen Brasilianer, der auf Portugiesisch spielt, einen Rumänen mit englischer Community, Türken, die auf Türkisch spielen", zählt Mittermeier auf. "Diese Künstler haben oft keine anderen Räume in der deutschsprachigen Kabarett-, Kleinkunst- und Comedy-Szene."

Besonders stolz ist der Comedian auf die Nachwuchsförderung: "12 bis 15 Leute, die jetzt Vollzeit-Comedians sind, konnten mit unserer Basis quasi anfangen. Wir haben auch 10 bis 15 Leute, die vorher noch nie Comedy gemacht haben und nach unseren Workshops regelmäßig bei uns auftreten." Einige davon hätten bereits ihre ersten Fernsehauftritte absolviert.

Familienunternehmen mit Leidenschaft

Ohne die Unterstützung seiner Frau Gudrun Allwang wäre die Wiener Expansion nicht möglich gewesen. "Die meiste Arbeit hat meine Frau gemacht", gesteht Mittermeier. "Ohne die gäbe es den Wiener Club nicht." Der neue Standort bietet 160 Plätze, ein eigenes Foyer, eine Bar und ein ansprechendes Backstage-Bereich.

Während Mittermeier zwischen München und Wien pendelt, bleibt sein Engagement für die bayerische Landeshauptstadt ungebrochen. "Wir suchen in München genau das, was wir in Wien gefunden haben: einen Raum, der vom Ambiente her so ist, wie ein Comedy-Club sein soll." Bis eine Lösung gefunden ist, wird der Lucky Punch weiterhin die deutsche Comedy-Landschaft mit Open Mics, Workshops und experimentellen Formaten bereichern.

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