Politische Spitzen bei den Academy Awards: Jimmy Kimmel zieht über Trump-Familie her
Bei der glamourösen Oscar-Verleihung in Los Angeles sorgte der renommierte Talkshow-Moderator Jimmy Kimmel mit scharfzüngigen Kommentaren für politisch aufgeladene Momente. Während der Präsentation der Kategorien für die besten Dokumentarfilme ließ Kimmel keine Gelegenheit aus, sich über den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und dessen Ehefrau Melania lustig zu machen.
Beißender Humor trifft auf First Lady-Dokumentation
Als Kimmel die Nominierungen für die Dokumentarfilmpreise verkündete, spitzte er sarkastisch an: „Oh Mann, er wird wirklich sauer sein, denn seine eigene Frau wurde dafür nicht einmal nominiert.“ Diese Bemerkung zielte direkt auf den Amazon-Film „Melania“ ab, der das Leben der First Lady in den letzten Tagen vor dem Machtwechsel im Weißen Haus einfängt und dokumentiert.
Zuvor hatte der Moderator noch über Filmemacher gesprochen, die sich der Wahrheitsfindung verschrieben haben, Ungerechtigkeiten anprangern und zum gesellschaftlichen Handeln inspirieren. Dann fügte er mit trockenem Unterton hinzu: „Und dann gibt es natürlich auch jene Dokumentationen, in denen man einfach nur durch die Räume des Weißen Hauses schlendert und verschiedene Schuhmodelle anprobiert.“
Vergleiche mit Nordkorea und Medienkritik
In einem weiteren kontroversen Moment stellte Kimmel die Vereinigten Staaten in einem überspitzten Witz in eine Reihe mit Nordkorea. Er erklärte auf der Bühne: „Wie allgemein bekannt ist, existieren einige Nationen, deren Führungsspitzen die Meinungsfreiheit nicht gerade unterstützen oder fördern. Ich darf leider nicht konkret werden, welche Länder ich meine. Belassen wir es einfach bei Nordkorea – und dem Fernsehsender CBS.“
Diese Anspielung zielte auf den Paramount-Sender CBS ab, der seit der Übernahme durch die Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison – einem bekannten Unterstützer von Donald Trump – teilweise einen deutlich freundlicheren und zurückhaltenderen Ton gegenüber der früheren Trump-Regierung anschlägt.
Kimmels umstrittene Sendungspause und Rückkehr
Der Moderator gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten Late-Night-Talkern im amerikanischen Fernsehen. Seit dem Jahr 2003 moderiert er erfolgreich die Sendung „Jimmy Kimmel Live!“ beim Sender ABC, der zum Disney-Konzern gehört. Allerdings gab es im vergangenen September eine unerwartete und viel diskutierte Zwangspause für die beliebte Show.
Der Disney-Konzern setzte die Sendung auf unbestimmte Zeit aus, nachdem Kimmel Äußerungen über den tödlichen Angriff auf den rechten Aktivisten Charlie Kirk getätigt hatte. Die Begründung lautete, man wolle eine bereits angespannte gesellschaftliche Situation in den Vereinigten Staaten nicht weiter anheizen oder verschärfen.
Diese vorübergehende Absetzung befeuerte jedoch umgehend eine intensive Debatte über den Zustand der Meinungs- und Pressefreiheit in den USA. Der ehemalige Präsident Donald Trump feierte die Sendungspause damals öffentlich als „gute und erfreuliche Nachrichten für ganz Amerika“.
Jimmy Kimmel nimmt – ähnlich wie viele andere Late-Night-Moderatoren auch – regelmäßig in pointierter und scharfsinniger Weise die Politik des ehemaligen US-Präsidenten auseinander. Die befürchtete längere Pause blieb jedoch aus: Nach nur etwa einer Woche kehrte die beliebte Talkshow wieder ins amerikanische Fernsehen zurück und setzte ihre kritische Berichterstattung fort.
Die diesjährige Oscar-Gala zeigte einmal mehr, wie sehr sich politische Kontroversen und gesellschaftliche Debatten auch in den vermeintlich unpolitischen Unterhaltungsbereichen widerspiegeln. Kimmels Auftritt unterstrich die anhaltende Polarisierung in den Vereinigten Staaten und die Rolle von Medienpersönlichkeiten in dieser Auseinandersetzung.



