Boizenburgs Altstadt wird zur lebendigen Bühne: Musik- und Ukulele-Fest verbindet Menschen
Es sind jene besonderen Wochenenden, die eine Stadt wie Boizenburg für einen Moment in ein völlig neues Licht tauchen. Türen stehen weit offen, aus Räumen erklingen Melodien, Menschen bleiben stehen, lauschen oder greifen selbst zu Instrumenten. Genau diese Atmosphäre prägte Freitag und Sonnabend die historische Altstadt von Boizenburg, als das erste Musik- und Ukulele-Fest die Stadt in Bewegung brachte.
Die Stadt als offener Klangraum
Zwischen dem Klavierkontor, dem Winterquartier der Minna, dem Marktplatz, der Kirche und weiteren Orten entstand ein lebendiges Netz aus kleinen Bühnen, offenen Räumen und spontanen Begegnungen. Musik war allgegenwärtig, jedoch niemals aufgesetzt oder künstlich – sie gehörte einfach zum urbanen Leben an diesen Tagen dazu. „Ich wollte etwas schaffen, das nicht distanziert ist, sondern Menschen zusammenbringt“, erklärt Initiator Rolf Dräther. „Nicht als passive Zuschauer, sondern als aktive Teilnehmer.“
Auftakt mit offenem Playdate und Filmabend
Bereits am Freitagabend wurde der Ton für das gesamte Wochenende gesetzt. Beim offenen Playdate im Winterquartier der Minna wurde gemeinsam gesungen und musiziert, ganz ohne formale Anmeldung oder musikalische Voraussetzungen. „Man braucht nicht viel, man muss einfach anfangen“, betont Rolf Dräther. Der anschließende Filmabend im örtlichen Kino setzte einen leichten, humorvollen Kontrast und rundete den Auftakt stimmig ab.
Workshops laden zum Ausprobieren ein
Am Sonnabend verwandelte sich die gesamte Altstadt in ein pulsierendes Festivalgelände. Besucher zogen von Workshop zu Workshop, blieben stehen, kamen ins Gespräch und entdeckten kontinuierlich neue musikalische Angebote. „Ich wollte, dass die Stadt selbst Teil des Festivals wird und man spürt, wie viel hier möglich ist“, erläutert Initiator Rolf Dräther. Gerade diese Offenheit ohne festen geografischen Mittelpunkt verlieh dem Event seinen besonderen Reiz.
Am Rande der Stadtkirche begann der Tag mit einem niederschwelligen Angebot der Musikschule Musikplanet aus Lüneburg. Hier konnten Interessierte verschiedene Instrumente kennenlernen und erste praktische Erfahrungen sammeln. Für viele Besucher markierte dies den Einstieg in ein Wochenende, das Mut zum Ausprobieren machte.
„Es geht nicht darum, ob jemand sofort etwas perfekt beherrscht“, sagt Dräther. „Es geht darum, sich zu trauen, etwas Neues anzufangen und den ersten Schritt zu wagen.“
Vielfältige musikalische Angebote
Am Nachmittag folgten zahlreiche vertiefende Workshops:
- Ukulele für Anfänger und Fortgeschrittene
- Gitarrenkurse mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden
- Gesangsunterricht und Stimmbildung
- Percussion-Workshops mit Rhythmusinstrumenten
Anfänger und erfahrene Musiker arbeiteten nebeneinander, lernten voneinander und vor allem miteinander. Diese integrative Atmosphäre schuf Raum für authentische Begegnungen und gemeinsame musikalische Entdeckungen.
Gemeinschaftlicher Erfolg und nachhaltige Wirkung
Dass das Festival überhaupt zustande kam, verdankt sich der engen Zusammenarbeit zahlreicher lokaler Akteure, die das Konzept gemeinsam trugen und umsetzten. „Ich habe gespürt, wie viele Menschen Lust haben, sich einzubringen. Das hat mich wirklich tief beeindruckt“, freut sich Initiator Rolf Dräther. Für ihn stellt das Wochenende mehr als eine einmalige Veranstaltung dar: „Wenn daraus etwas Nachhaltiges entsteht und Menschen weitermachen, dann hat das Ganze seinen eigentlichen Sinn erfüllt.“
Boizenburg demonstrierte an diesen beiden Tagen eindrucksvoll, wie viel kreatives Potenzial freigesetzt werden kann, wenn sich eine Stadt öffnet und Raum für gemeinschaftliche Erlebnisse schafft. Die Musik bildete dabei lediglich den Anfang – der eigentliche Kern lag im verbindenden Moment des gemeinsamen Tuns und Erlebens.



