Ersthelfer-App 'ASB schockt' in Westmecklenburg gestartet: Schnelle Hilfe kann Leben retten
In Westmecklenburg gibt es jetzt eine innovative Möglichkeit, im medizinischen Notfall schnell Hilfe zu leisten. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hat in Kooperation mit der Landeshauptstadt Schwerin die Ersthelfer-App 'ASB schockt' vorgestellt. Diese App ermöglicht es engagierten Bürgern, sich als Ersthelfer registrieren zu lassen, die bei Notfällen noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes alarmiert werden, um lebensrettende Maßnahmen durchzuführen.
Symbolischer Start und regionale Bedeutung
Die App wurde beim ersten Schweriner Bevölkerungsschutztag mit einem symbolischen Knopfdruck gestartet. Schwerins Feuerwehrchef Dr. Stephan Jakobi betonte, dass durch die Zusammenarbeit zwischen der Leitstelle der Berufsfeuerwehr und dem ASB-Landesverband die App nun in der gesamten Region Westmecklenburg in Betrieb genommen wird. Beim ersten Schweriner Blaulichttag im Februar habe es bereits großen Zuspruch zum Thema Erste Hilfe und Laienreanimation gegeben, was nun aufgegriffen wird.
Dringlichkeit bei Herz-Kreislauf-Stillständen
Dr. Ernst Golde, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes in Schwerin, erklärte, dass bei Notfallsituationen wie Herz-Kreislauf-Stillstand jede Sekunde zählt. Ein Nachbar oder Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr könne oft zwei bis drei Minuten früher am Ort des Geschehens sein als der Rettungsdienst, was in solchen Fällen entscheidend sein kann. In der Region gibt es jährlich etwa 240 bis 250 solcher Einsätze, wovon rund 100 auf Schwerin, 80 auf den Landkreis Ludwigslust-Parchim und etwa 60 auf Nordwestmecklenburg entfallen. Nicht alle Einsätze, wie beispielsweise in Pflegeheimen, sind für Ersthelfer geeignet, sodass diese nicht immer alarmiert werden.
Funktionsweise der App und Registrierung
Ruven Börger, Referent für Digitalisierung beim ASB-Bundesverband, erläuterte die Funktionsweise der App. Bei entsprechenden Notrufen werden parallel zu den Einsatzkräften registrierte Ersthelfer über die App alarmiert. Das System sucht Helfer in der Umgebung und zeigt ihnen den Weg zum Einsatzort an. Die App ist nach dem Download sofort einsatzbereit und bietet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Unterstützung. Die Registrierung erfolgt einfach über einen QR-Code, wobei ein gültiger Erste-Hilfe-Nachweis Voraussetzung ist. Personen ohne entsprechende Qualifikationen können über die App Standorte von Defibrillatoren melden oder Notrufe absetzen.
Bevölkerungsschutztag und weitere Aktivitäten
Schwerins erster stellvertretender Bürgermeister Bernd Nottebaum (CDU) bezeichnete den Bevölkerungsschutztag als einen 'wunderbaren Moment', um das Thema stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. Die Ersthelfer-App 'ASB schockt' soll auch im Stadtgebiet beworben werden, um viele Ersthelferinnen und Ersthelfer zu gewinnen. Bisher ist die App neben Mecklenburg-Vorpommern in Städten wie Hamburg, Berlin, Nienburg, Lüneburg, Leipzig, Dietzenbach, Bergstraße und Landau in Rheinland-Pfalz verfügbar.
Veranstaltung und Informationsangebote
Der erste Schweriner Bevölkerungsschutztag fand am Samstag von 11 bis 16 Uhr auf dem Marktplatz statt. Familien kamen, um Vorführungen anzuschauen und sich über Hilfsangebote sowie Mitmachmöglichkeiten zu informieren. Es wurden verschiedene Einsatztechniken vorgestellt, darunter eine Drohne des Katastrophenschutzes zur Lageerkundung aus der Luft. Zur Stärkung gab es für die Besucher Erbsensuppe mit Kassler aus der Gulasch-Kanone. Unter dem Motto 'Mit Sicherheit gewappnet' waren die Feuerwehr Schwerin, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und das Technische Hilfswerk (THW) vertreten. Ziel der Veranstaltung war es, die Bevölkerung über Aufgaben, Strukturen und Möglichkeiten des Bevölkerungsschutzes zu informieren und das Bewusstsein für Vorsorge sowie richtiges Verhalten in Krisen- und Gefahrenlagen zu stärken.



