Berlin erreicht Wohnungsziel: Land besitzt über 400.000 Mietwohnungen
Das Land Berlin hat auf dem angespannten Wohnungsmarkt der Hauptstadt in den vergangenen zehn Jahren einen bedeutenden Meilenstein erreicht. Durch Ankäufe und Neubauten gehören den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften nun mehr als 400.000 Wohnungen. Dies entspricht etwa 24 Prozent aller Mietwohnungen in Berlin und erfüllt ein bereits im Jahr 2016 gesetztes Ziel.
Mietpreise im Vergleich: Bestand günstiger als Neuverträge
Die durchschnittliche Bestandsmiete in diesen Wohnungen lag im Jahr 2025 bei 7,09 Euro pro Quadratmeter. Damit liegen die Mieten unter dem berlinweiten Mietspiegel von 7,21 Euro, der allerdings auf Daten aus dem Jahr 2023 basiert. Allerdings sind in diesem Mietspiegel geförderte und dadurch günstigere Wohnungen nicht berücksichtigt, während sie in den Zahlen der landeseigenen Unternehmen enthalten sind.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bezeichnete den Wert von 7,09 Euro als Erfolg. „Wo wir eine Herausforderung haben, das sind die Angebotsmieten“, sagte Wegner. Als Grund nannte er die stark gestiegenen Baukosten der vergangenen Jahre.
Die Neuvertragsmieten bei den landeseigenen Wohnungsunternehmen – ohne Berlinovo – lagen im vergangenen Jahr im Schnitt bei 9,31 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Auf Online-Portalen angebotene Mieten erreichten durchschnittlich 17,76 Euro pro Quadratmeter. Ob diese Mieten tatsächlich vereinbart und bezahlt werden, ist unklar, zudem werden viele Wohnungen nicht auf solchen Portalen angeboten.
Lock-in-Effekt: Mieter bleiben länger in ihren Wohnungen
Ein großes Problem auf dem Berliner Wohnungsmarkt ist der sogenannte Lock-in-Effekt. Viele Mieter bleiben in ihren Wohnungen, auch wenn diese nicht mehr optimal zu ihren Lebensumständen passen, weil ein Umzug zu deutlich höheren Mieten führen würde. Dies zeigt sich in der Verweildauer und der Fluktuation.
In den Wohnungen der landeseigenen Unternehmen ist die durchschnittliche Verweildauer in den letzten zehn Jahren von 18 auf 25 Jahre gestiegen. Die Fluktuationsrate sank auf nur noch 4 Prozent. „Sehr wenige Wohnungen werden damit überhaupt in der Vermietung sichtbar“, erklärte Ingo Malter, Sprecher der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften. „Historisch waren 10 Prozent Fluktuation in der Wohnungswirtschaft normal. Das wären jährlich 160.000 Wohnungen in Berlin. Tatsächlich kommen wir jetzt auf vielleicht 60.000 Wohnungen, die jedes Jahr gezeigt werden.“
Zahlen und Fakten zum Wohnungsbestand
In den vergangenen zehn Jahren hat das Land Berlin fast 49.000 Wohnungen angekauft und rund 43.000 neu gebaut. Zu den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften zählen:
- Berlinovo
- Degewo
- Gesobau
- Gewobag
- Howoge
- Stand und Land
- WBM
Insgesamt unterstreichen diese Entwicklungen die wichtige Rolle der öffentlichen Hand in der Berliner Wohnungspolitik, auch wenn die Herausforderungen bei den Neuvertragsmieten und der geringen Fluktuation weiterhin bestehen.



