Warnstreik legt Flughafen BER komplett lahm - 57.000 Passagiere betroffen
Warnstreik legt Flughafen BER komplett lahm

Warnstreik legt Flughafen BER komplett lahm - 57.000 Passagiere betroffen

Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) erlebt am Mittwoch einen historischen Stillstand. Ein umfassender Warnstreik der Gewerkschaft Verdi hat den gesamten Passagierflugverkehr an Deutschlands drittgrößtem Flughafen vollständig zum Erliegen gebracht. Seit den frühen Morgenstunden startet und landet kein einziger Passagierflug mehr auf den Pisten des Hauptstadtflughafens.

Terminals in gespenstischer Leere

Die sonst belebten Terminals präsentieren sich in ungewohnter Stille. „Alle Passagiere wurden von ihren Airlines rechtzeitig informiert und sind gar nicht erst zum Flughafen gekommen“, erklärt eine Sprecherin der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB). Die Fluggäste erhielten Umbuchungen auf spätere Flüge oder alternative Reisemöglichkeiten. Insgesamt sind nach Angaben der Betreibergesellschaft rund 445 geplante Flugbewegungen mit etwa 57.000 Passagieren von den Streikmaßnahmen betroffen.

Umfangreiche Streikbeteiligung

Zum Warnstreik aufgerufen wurden etwa 2.000 Beschäftigte der Flughafengesellschaft, die in zentralen Bereichen des Flughafenbetriebs tätig sind. Darunter befinden sich Mitarbeiter der Feuerwehr, der Verkehrsleitung und des Terminalmanagements. Obwohl Dienstleister für Bodenverkehrsdienste und Sicherheitskontrollen nicht bestreikt werden, ist die Aufrechterhaltung eines regulären Flugbetriebs unter diesen Bedingungen unmöglich.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Politische Appelle und Kritik

Verkehrssenatorin Ute Bonde appellierte am Vortag des Streiks an beide Tarifparteien, aufeinander zuzugehen und eine rasche Lösung im Tarifkonflikt zu finden. Die Flughafengesellschaft kritisierte den Arbeitskampf hingegen als unverhältnismäßig, insbesondere vor dem Hintergrund der ohnehin angespannten Lage durch internationale Konflikte. Flughafenchefin Aletta von Massenbach betonte: „Die nächste Verhandlungsrunde ist bereits fest für den 25. März angesetzt. Wir sind zuversichtlich, dass eine Einigung zustande kommt.“

Tarifforderungen und Verhandlungsstand

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die FBB-Beschäftigten unter anderem:

  • Sechs Prozent mehr Lohn oder mindestens 250 Euro zusätzlich pro Monat je Gruppe
  • Einen zusätzlichen freien Tag für Gewerkschaftsmitglieder
  • Eine Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten

Die Arbeitgeberseite hatte in der zweiten Verhandlungsrunde vergangene Woche ein erstes Angebot vorgelegt, das aus Gewerkschaftssicht jedoch nicht weit genug geht. Der Warnstreik soll planmäßig bis zum Betriebsende um Mitternacht andauern.

Erhöhtes Verkehrsaufkommen am Donnerstag erwartet

Für Donnerstag rechnet die Flughafengesellschaft mit einem deutlich erhöhten Passagieraufkommen. Durch zahlreiche Umbuchungen werden etwa 77.000 Fluggäste erwartet – das sind rund 10.000 mehr als ursprünglich geplant. Die FBB geht jedoch davon aus, dass der Flugbetrieb ab Donnerstag wieder regulär aufgenommen werden kann und keine weiteren Einschränkungen zu erwarten sind.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration