VBB streicht vorübergehend Regionalzugverbindung zum Flughafen BER
VBB streicht Regionalzug zum BER vorübergehend

VBB reduziert vorübergehend Regionalzugangebot zum Flughafen BER

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat eine temporäre Reduzierung der Regionalzugverbindungen zum Flughafen Berlin Brandenburg (BER) angekündigt. Ab sofort entfällt eine von fünf stündlichen Verbindungen zwischen dem Berliner Hauptbahnhof und dem Flughafen in Schönefeld. Diese Maßnahme soll bis zum 30. April 2026 andauern und dient der Verbesserung der Pünktlichkeit im stark belasteten Berliner Nord-Süd-Tunnel.

Konkrete Änderungen im Fahrplan

Konkret betrifft die Streichung die Linie RE20, die bisher stets zur vollen Stunde zwischen dem BER und dem Hauptbahnhof verkehrte. Der Flughafenexpress (FEX) bleibt mit vier Fahrten pro Stunde erhalten, allerdings mit geänderten Abfahrtszeiten. Die Züge fahren nun an den Minuten 0, 22, 37 und 52 ab, statt wie zuvor an den Minuten 7, 22, 37 und 52.

Die Entscheidung wurde in Abstimmung mit den Ländern Berlin und Brandenburg getroffen, die eine kurzfristige und zeitlich begrenzte Reduktion der bestellten Kapazitäten unterstützen. Hintergrund sind zahlreiche Verspätungen im Berliner Knoten, die nach Ansicht der zuständigen Bahn-Tochter DB InfraGo auf eine Überlastung des Nord-Süd-Tunnels zurückzuführen sind.

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Ursachen und Perspektiven

Der VBB kommt bei der Analyse der Pünktlichkeitsprobleme im südlichen Berliner Knoten zu teilweise anderen Schlussfolgerungen als die InfraGo. In einer Stellungnahme heißt es: „Es ist bereits jetzt erkennbar, dass für eine Erhöhung der Pünktlichkeit im Nord-Süd-Tunnel die dortige Infrastruktur mittel- und langfristig noch einmal an das lange geplante und bekannte Angebotskonzept angepasst werden muss.“ Die aktuelle Reduzierung des Regionalverkehrs wird ausdrücklich als temporäre Lösung betrachtet.

Die Situation hat sich seit der Inbetriebnahme der sogenannten Dresdner Bahn im Dezember 2025 verschärft. Seitdem fahren fünf Regionalzüge pro Stunde vom Hauptbahnhof durch den Nord-Süd-Tunnel über das Südkreuz zum BER. Die 16 Kilometer lange Neubaustrecke zwischen Südkreuz und Blankenfelde war die größte Inbetriebnahme in der Region seit vielen Jahren, hat aber zu zusätzlichem Verkehrsaufkommen im Tunnel geführt.

Zeitlicher Rahmen und Hintergründe

Ursprünglich war geplant, die Maßnahme bis zum Abschluss der Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin am 30. April 2026 beizubehalten. Obwohl die Deutsche Bahn diesen Termin aufgrund von Witterungseinflüssen vor kurzem als nicht mehr haltbar bezeichnet hat, hält der VBB vorerst an diesem Datum fest. Die temporäre Streichung der RE20-Verbindung soll dazu beitragen, die aktuelle Überlastungssituation zu entschärfen und die Pünktlichkeit der verbleibenden Verbindungen zu verbessern.

Die beteiligten Verkehrsverbünde und Bahnunternehmen betonen, dass es sich bei dieser Maßnahme um eine vorübergehende Anpassung handelt, die nicht die langfristige Bedeutung der Regionalverbindungen zum Flughafen BER schmälert. Vielmehr soll sie Zeit für notwendige Infrastrukturanpassungen schaffen, um das volle Angebot dauerhaft und pünktlich gewährleisten zu können.

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