Diesel-Schock in Thüringen: Busunternehmen fordern 25 Millionen Euro Soforthilfe
Thüringens Busunternehmen schlagen Alarm: Die extrem gestiegenen Spritpreise verursachen im Linienbusverkehr Mehrkosten von rund 25 Millionen Euro. Die Branchenvertreter fordern jetzt dringend finanzielle Unterstützung vom Land Thüringen und haben sich in einem offiziellen Schreiben an Verkehrsminister Steffen Schütz (BSW) gewandt.
Kostenfalle durch gestiegene Betriebskosten
„Die Verkehrsunternehmen der Busbranche laufen durch die extrem gestiegenen Sprit-, Ad Blue- und Ersatzteilkosten sichtbar in eine Kostenfalle“, teilte der Verband mitteldeutscher Omnibusunternehmen mit. Tilman Wagenknecht, Geschäftsführer des Verbandes, machte deutlich: „Wir fordern dringend ein schnelles Handeln der Politik im Bund und im Land, um den Unternehmen eine Perspektive zu geben.“
Nach Verbandsangaben werden im Thüringer Linienbusverkehr jährlich rund 30 Millionen Liter Diesel verbraucht. Sollten sich die aktuellen Kostensteigerungen verfestigen, würden die höheren Preise zu Mehrkosten von etwa 25 Millionen Euro führen. Wagenknecht betonte: „Es ist kurzfristig eine deutliche Liquiditätsspritze für die Unternehmen notwendig und mittelfristig das Stemmen der erwartbaren Mehrkosten.“
Paradoxe Entwicklung: Mehr Fahrgäste trotz Krise
Wegen der gestiegenen Kraftstoffpreise für Autofahrer registriert die Branche eine interessante Entwicklung: Eine leichte bis deutliche Steigerung der Nachfrage seitens der Fahrgäste in den Linienbussen. „Die Menschen nutzen aktuell mehr Bus und Bahn. Wir sehen es an den Deutschlandtickets für monatlich nur 63 Euro, die von den Kunden inzwischen fast ausschließlich eingesetzt werden“, heißt es von den Omnibusunternehmen.
Wagenknecht forderte deshalb, den Nahverkehr in der Region deutlich auszubauen. Die Bürger verlangten ein besseres Linienangebot, „und jetzt ist der sicherlich mühsame, aber strategisch absolut richtige Zeitpunkt für die nächsten Schritte der Verkehrswende“, so der Verbandsgeschäftsführer.
Politische Forderungen und Zukunftsperspektiven
Die Busunternehmen sehen sich in einer paradoxen Situation: Einerseits steigen ihre Betriebskosten durch die Dieselpreise massiv an, andererseits wächst die Nachfrage nach ihren Dienstleistungen. Dies unterstreicht nach Ansicht der Branchenvertreter die Notwendigkeit einer konsequenten Verkehrswende.
Die zentralen Forderungen der Busunternehmen umfassen:
- Sofortige finanzielle Unterstützung in Höhe von 25 Millionen Euro
- Mittelfristige Sicherung der Betriebskosten
- Ausbau des Nahverkehrsangebots in Thüringen
- Strategische Weichenstellung für die Verkehrswende
Die Unternehmen betonen, dass ohne politische Unterstützung die Aufrechterhaltung des Linienbusverkehrs in der aktuellen Qualität gefährdet sei. Gleichzeitig biete die gestiegene Fahrgastnachfrage eine historische Chance, den öffentlichen Nahverkehr nachhaltig zu stärken und die Verkehrswende in Thüringen voranzutreiben.



