Schulbus-Verwirrung in Waren: Früher Bus und vergessene Grundschule
In der Stadt Waren an der Müritz herrscht derzeit Chaos im Schulbusverkehr. Während auf der Linie 14 die Busse plötzlich 15 Minuten früher fahren, wurden auf der Linie 20 Grundschüler einfach stehengelassen. Die Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft (MVVG) sieht sich mit kritischen Fragen konfrontiert.
Linie 14: Bauarbeiten zwingen zu früheren Abfahrten
Die Bauarbeiten an der Herrenseebrücke in Waren haben direkte Auswirkungen auf den Busverkehr. Seit Donnerstag fahren die Busse der Linie 14, die beispielsweise Schüler aus Schwinkendorf nach Waren bringen, 15 Minuten früher als gewohnt. „Schule geht vor“, erklärte die MVVG-Verkehrsleitung am Freitag auf Nachfrage. Die Alternative wäre gewesen, dass die Schüler regelmäßig 15 Minuten zu spät zum Unterricht kommen – eine langfristig keine Option.
Die Busfahrer hatten die jungen Fahrgäste vor den Osterferien mehrfach mündlich über die Änderung informiert. Auch die Schulen wurden benachrichtigt. Allerdings fehlten aktualisierte Aushänge an den Haltestellen, da diese aufgrund einer Vielzahl anstehender Aufgaben noch nicht aktualisiert werden konnten. Am ersten Schultag nach den Ferien verpassten daher etliche Schüler ihren Bus, manche fürchteten sogar eine komplette Einstellung der Linie.
Linie 20: Grundschüler werden vergessen
Während auf der Linie 14 zumindest noch Busse fuhren, kam es auf der Linie 20 zwischen Torgelow und Waren beziehungsweise Groß Gievitz und Waren zu einem peinlichen Vorfall. Eine achtjährige Grundschülerin wartete vergeblich auf ihren Schulbus – wie viele ihrer Mitschüler auch. Der Bus kam einfach nicht.
Ihre zwölfjährige Schwester brach daraufhin ihre eigene Busfahrt vom Gymnasium ab, stieg aus und sammelte die jüngere Schwester ein. Gemeinsam liefen die Mädchen mehr als einen Kilometer zur nächsten Haltestelle. „So was darf gerade bei einer Grundschule nicht passieren“, empört sich Kreistagsmitglied Janto Böhme (BSW), der Vater der beiden Mädchen.
MVVG: Systemfehler und Kommunikationsprobleme
Die MVVG-Verkehrsleitung erklärte den Vorfall auf Linie 20 als „Panne im System“. Nach einer Fahrplanumstellung sei diese eine Haltestelle „herausgefallen“. Wie es dazu kommen konnte, werde intern geprüft. Der Fehler sei erkannt und behoben worden und komme nicht wieder vor.
Janto Böhme, selbst Berufskraftfahrer, kann dies nicht nachvollziehen: „Wie man ausgerechnet eine Grundschule vergessen kann, kann ich mir nicht erklären. So was müsste spätestens dem Fahrer auffallen.“ Er kritisiert zudem die mangelhafte Kommunikation. Erst nach mehreren Telefonaten erhielt er eine Erklärung, dass es sich um ein Versehen handele und seine Töchter künftig wieder in guten Händen seien.
Ungewisse Dauer der Einschränkungen
Die vorgezogenen Fahrzeiten auf der Linie 14 werden bis zum Ende der Bauarbeiten an der Herrenseebrücke beibehalten. Wann dies sein wird, ist derzeit noch unklar. Die Schüler müssen sich also vorerst darauf einstellen, früher aufzustehen. Die MVVG betont, dass sich dies nicht ändern lasse, um pünktlichen Schulbeginn zu gewährleisten.
Die Vorfälle werfen Fragen zur Zuverlässigkeit und Transparenz des Schulbusverkehrs in der Mecklenburgischen Seenplatte auf. Während die MVVG von Einzelfällen spricht, fordern betroffene Eltern und Politiker eine verbesserte Kommunikation und sorgfältigere Planung, um solche Situationen künftig zu vermeiden.



