Lufthansa-Pilotenstreik in München: 710 Flüge gestrichen, Streikwelle hält an
Pilotenstreik bei Lufthansa: 710 Flüge in München gestrichen

Lufthansa-Pilotenstreik legt Münchner Flughafen lahm: 710 Flüge gestrichen

Seit Mitternacht herrscht am Münchner Flughafen erneut Stillstand: Ein zweitägiger Streik der Pilotinnen und Piloten der Lufthansa-Gruppe hat begonnen und führt zu massiven Flugausfällen. Insgesamt entfallen etwa 710 Starts und Landungen, wie eine Sprecherin des Flughafens mitteilte. Die Arbeitsniederlegung wurde von der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit ausgerufen und betrifft die Kernmarke Deutsche Lufthansa, Lufthansa Cargo sowie die Regionaltochter Cityline.

Streikdauer und Auswirkungen auf Passagiere

Der Streik begann pünktlich um 0.01 Uhr und soll volle 48 Stunden andauern. Während bei Eurowings, einer Tochter der Lufthansa, nur am Montag alle Abflüge von deutschen Flughäfen betroffen sind, trifft der Ausstand die Passagiere in München besonders hart. Trotz der umfangreichen Streichungen herrschte vor den Lufthansa-Schaltern kein Gedränge, da die Reisenden frühzeitig gewarnt wurden. Auf den Internetseiten der Lufthansa und des Münchner Flughafens wurden Passagiere gebeten, den Status ihrer Flüge online zu prüfen und bei Bedarf ihre Airline oder Reiseveranstalter zu kontaktieren.

Hintergründe des Tarifkonflikts

Es handelt sich bereits um die vierte Streikwelle bei der Lufthansa in jüngster Zeit. Erst kürzlich führten Streiks des Kabinenpersonals zu erheblichen Beeinträchtigungen. Die aktuellen Auseinandersetzungen drehen sich um die betriebliche Altersversorgung bei Lufthansa und Lufthansa Cargo sowie um die Vergütung bei Cityline. Die Gewerkschaft bezeichnet das vorgelegte Angebot zur Altersvorsorge bei Eurowings als inakzeptabel. Personalvorstand Michael Niggemann warnte die Gewerkschaften vor einer Fortsetzung des Konfrontationskurses und betonte, dass jeder Streik die betroffene Fluggesellschaft finanziell schwäche.

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Unternehmensreaktion und Eskalationsstufe

Die Lufthansa hält trotz des erneuten Streiks an ihrer Strategie fest. Ein Unternehmenssprecher sprach am Sonntag von einer "völlig neuen Stufe der Eskalation" und kritisierte die Kernforderung nach einer Verdopplung der betrieblichen Altersvorsorge als absurd und unerfüllbar. Die Airline betonte, dass die bestehende Altersvorsorge bereits überdurchschnittlich und exzellent sei. Die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo wurden aufgefordert, ihren Kurs zu überdenken, um weitere finanzielle Schäden und Betriebsstörungen zu vermeiden.

Die Situation bleibt angespannt, während Passagiere in München und an anderen deutschen Flughäfen auf alternative Reisemöglichkeiten zurückgreifen müssen. Die Lufthansa-Tochter Eurowings geht davon aus, dass ein großer Teil ihres Flugprogramms trotz der Streiks aufrechterhalten werden kann, doch die Auswirkungen auf die Gesamtflotte sind erheblich.

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