Verkehrsausschuss fordert mehr Bundesunterstützung für die Deutsche Bahn
Mehr Bundesunterstützung für Deutsche Bahn gefordert

Verkehrsausschuss drängt auf mehr Bundesunterstützung für die Deutsche Bahn

Angesichts der anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten und strukturellen Probleme bei der Deutschen Bahn fordert der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Tarek Al-Wazir, deutlich mehr Unterstützung von der Bundesregierung. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete betonte in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass Bahnchefin Evelyn Palla zwar den richtigen Kurs eingeschlagen habe, dafür aber wesentlich mehr Rückhalt aus Berlin benötige.

Milliardenverlust und marodes Streckennetz

Die Deutsche Bahn verzeichnete im vergangenen Jahr einen Verlust von rund 2,3 Milliarden Euro, was etwa einer halben Milliarde Euro mehr entspricht als im Vorjahr 2024. Bahnchefin Palla hatte bei der Vorstellung der Jahresbilanz am Freitag deutlich gemacht, dass die Sanierung des maroden Streckennetzes noch viele Jahre in Anspruch nehmen wird. Im vergangenen Jahr erreichten lediglich etwa 60 Prozent der Fernzüge ihr Ziel ohne größere Verzögerungen.

Al-Wazir erklärte, dass sich ohne den konsequenten Neu- und Ausbau von Gleisen sowie die klare Unterstützung von Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) an den strukturellen Problemen des bundeseigenen Konzerns nichts ändern werde. „Es ist nicht zu erklären, dass das Sondervermögen nicht komplett zusätzlich für Investitionen genutzt wird. Das muss sich ändern“, so der Verkehrspolitiker.

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Demokratiegefährdende Zustände?

Verkehrsminister Schnieder sieht in der aktuellen Situation bei der Deutschen Bahn bereits eine mögliche Gefahr für die Demokratie. „Das geht schon in eine demokratiegefährdende Richtung“, sagte er der Funke Mediengruppe. Der Minister betonte, dass der Staat nicht zulassen dürfe, dass die Bürgerinnen und Bürger den Eindruck gewinnen, er bekomme Probleme wie marode Brücken oder notorisch verspätete Züge nicht in den Griff.

„Wir müssen zeigen, dass wir handlungsfähig sind“, forderte Schnieder. Die Bundesregierung müsse deutlich machen, dass sie die Herausforderungen im Bahnverkehr ernst nehme und entsprechende Maßnahmen ergreife, um die Infrastruktur nachhaltig zu verbessern.

Die Diskussion um die Zukunft der Deutschen Bahn gewinnt vor dem Hintergrund der anhaltenden Probleme an Schärfe. Während Bahnchefin Palla zwar optimistisch in die Zukunft blickt, dürften deutliche Verbesserungen bei Netzqualität und Pünktlichkeit noch lange auf sich warten lassen. Die Forderungen aus dem Verkehrsausschuss unterstreichen die Dringlichkeit einer umfassenden Unterstützung durch die Bundesregierung.

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