Lufthansa-Flottenabbau: Flughäfen in Sachsen vorerst nicht betroffen
Hohe Kerosinpreise, anhaltende Streiks und alternde Flugzeuge zwingen die Lufthansa zu drastischen Maßnahmen. Der Konzern kündigte an, 27 Jets der Lufthansa Cityline stillzulegen. Doch die Flughäfen in Sachsen bleiben vorerst von diesen Einschnitten verschont.
Keine Auswirkungen auf Dresden und Leipzig
Ein Sprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG bestätigte auf Anfrage, dass die geplante Stilllegung mehrerer Flugzeuge der Lufthansa und Lufthansa Cityline derzeit keine Auswirkungen auf die Airports in Dresden und Leipzig hat. Weitere Details wollte er nicht preisgeben. Zuvor hatten bereits die Leipziger Volkszeitung und die Sächsische Zeitung über diese Entwicklung berichtet.
Die Lufthansa Cityline spielte bislang eine wichtige Rolle im Zubringerverkehr zu den großen Drehkreuzen in Frankfurt und München. Ihre Flugzeuge verbanden regionale Standorte mit den internationalen Knotenpunkten.
Gründe für den drastischen Flottenabbau
Als Hauptgründe für die Einschnitte nannte die Lufthansa die deutlich gestiegenen Kerosinpreise sowie die Kosten durch die laufenden Arbeitskämpfe. Der Konzern plant, bereits ab diesem Samstag die 27 älteren Jets der Cityline vom Typ Canadair CRJ am Boden zu lassen.
Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Sanierungsplans:
- Die Tochtergesellschaft Lufthansa Cityline soll komplett geschlossen werden.
- Die betroffenen Jets stehen kurz vor dem Ende ihrer technischen Einsatzfähigkeit.
- Sie verursachen vergleichsweise hohe Betriebskosten.
- Durch die Stilllegung sollen weitere Verluste der defizitären Fluggesellschaft reduziert werden.
Strategie zur Kostensenkung
Besonders ineffiziente Flugzeuge werden vorzeitig aus dem Flugbetrieb genommen, um den Bedarf an teurem Kerosin zu reduzieren. Der Konzern muss weniger Treibstoff am freien Markt zukaufen, was angesichts der aktuellen Preisentwicklung erhebliche Einsparungen verspricht.
Interessant ist dabei die Absicherungsstrategie der Lufthansa Group: Der Kerosinverbrauch der Passagier-Airlines ist auf Basis des Rohöl-Preises mit rund 80 Prozent überdurchschnittlich hoch abgesichert. Dennoch reichen diese Vorkehrungen nicht aus, um die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen.
Für die Flughäfen in Sachsen bedeutet die vorläufige Verschonung eine Atempause. Ob sich dies langfristig halten lässt, hängt von der weiteren Entwicklung der Luftfahrtbranche und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.



