Hohe Dieselpreise gefährden Nahverkehr: Unternehmen fordern politische Hilfe
Hohe Dieselpreise gefährden Nahverkehr: Hilfe gefordert

Hohe Dieselpreise gefährden Nahverkehrsangebot in Deutschland

Die stark gestiegenen Dieselpreise setzen die Nahverkehrsunternehmen in Deutschland unter enormen wirtschaftlichen Druck. Alexander Möller, ÖPNV-Geschäftsführer beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), warnt vor erheblichen Einschnitten im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). „Die Verkehrsunternehmen können die zusätzlichen Belastungen nicht mehr lange aus eigener Kraft auffangen“, betonte Möller gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Existenzbedrohende Mehrkosten für Betriebe

Die Unternehmen sehen sich mit monatlichen Mehrkosten in sechsstelliger Höhe konfrontiert, die ihre wirtschaftliche Grundlage gefährden. Besonders betroffen sind kleinere Betriebe in ländlichen Regionen, die bereits seit der Corona-Pandemie unter gestiegenen Kosten für Kraftstoffe und Energie leiden.

Yvonne Hüneburg, Geschäftsführerin des Verbands Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO), warnt konkret: „Gerade bei kleineren Unternehmen sind Betriebsaufgaben dann wahrscheinlich. Dies wäre für den ländlichen Raum fatal.“ Diese Unternehmen erschließen das Land flächendeckend und ermöglichen täglich tausenden Schülern, Auszubildenden und Arbeitnehmern den Weg zur Schule oder Arbeitsstelle.

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Politische Unterstützung dringend erforderlich

Beide Verbände fordern Bund und Länder auf, schnell Lösungen zu finden und finanzielle Unterstützung bereitzustellen. „Nur mit politischer Unterstützung können Angebot und Ticketpreise im ÖPNV stabil bleiben“, unterstreicht VDV-Geschäftsführer Möller die Dringlichkeit der Situation.

Der Nahverkehr wird in Deutschland überwiegend durch staatliche Gelder finanziert. Der Bund stellt den Ländern dafür sogenannte Regionalisierungsmittel zur Verfügung, die derzeit bei etwa 12 Milliarden Euro jährlich liegen und um drei Prozent pro Jahr steigen. Aus Sicht der Länder werden jedoch bis 2031 zusätzliche 14 Milliarden Euro benötigt, um das aktuelle Nahverkehrsangebot aufrechtzuerhalten.

Konkrete Folgen für die Mobilität

Die Warnungen der Verbände sind deutlich:

  • Mögliche Streichung von Buslinien, besonders in strukturschwachen Regionen
  • Gefährdung der täglichen Mobilität für Schüler und Berufstätige
  • Erhöhte Ticketpreise bei ausbleibender Unterstützung
  • Existenzbedrohung für kleinere Verkehrsunternehmen

Die Situation spitzt sich zu einem kritischen Zeitpunkt zu, da viele Unternehmen noch mit den Nachwirkungen der Pandemie kämpfen und gleichzeitig die Energiekosten weiter steigen. Die Branche appelliert an die Politik, schnell handeln zu müssen, um einen flächendeckenden Nahverkehr in Deutschland zu sichern.

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