Führerschein wird günstiger: Neue Regeln sollen ab 2027 in Kraft treten
Führerschein wird günstiger: Neue Regeln ab 2027

Führerschein wird günstiger: Neue Regeln sollen ab 2027 in Kraft treten

Die Verkehrsminister von Bund und Ländern haben sich auf eine umfassende Reform der Führerscheinausbildung geeinigt. Ab dem 1. Januar 2027 sollen neue, kostengünstigere Regeln gelten, um den Erwerb des Führerscheins für mehr Menschen erschwinglich zu machen.

Ambitionierter Zeitplan von Bundesverkehrsminister Schnieder

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) gab nach der Verkehrsministerkonferenz in Lindau am Bodensee bekannt, dass er das Gesetzgebungsverfahren noch in diesem Jahr abschließen möchte. Sein erklärtes Ziel ist die Umsetzung der Neuregelungen zum Jahreswechsel 2026/2027. „Mein sehr ambitioniertes Ziel ist es, die Reform zum 1. Januar 2027 umzusetzen“, sagte der CDU-Politiker und zeigte sich zuversichtlich, dieses Vorhaben realisieren zu können.

Dringlichkeit aufgrund sinkender Fahrschulanmeldungen

Die Verkehrsministerkonferenz stellte sich geschlossen hinter die Reformpläne. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) betonte das gemeinsame Ziel eines günstigeren Führerscheinpreises. Angesichts der derzeit niedrigen Anmeldezahlen in Fahrschulen bestehe eine besondere Dringlichkeit. Seit der Ankündigung der Reform verzögerten viele potenzielle Fahrschüler ihre Ausbildung aus Kostengründen.

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Konkrete Änderungen in der Ausbildung

Die Länder beschlossen mehrere konkrete Maßnahmen zur Kostensenkung und Modernisierung:

  • Reduzierung der vorgeschriebenen Sonderfahrten von derzeit 12 auf mindestens drei
  • Flexible Gestaltung der Sonderfahrten durch die Fahrschulen
  • Berücksichtigung bereits erworbener Fahrpraxis aus anderen Führerscheinen
  • Kein vollständiger Verzicht auf Praxisstunden oder ausschließliche Simulatorausbildung

Modernisierung des Theorieunterrichts

Theorieunterricht soll künftig in verschiedenen Formaten angeboten werden:

  1. Präsenzunterricht in Fahrschulen
  2. Hybride Unterrichtsformen
  3. Rein digitale Angebote

Zudem soll der Fragenkatalog für die theoretische Prüfung um etwa 30 Prozent reduziert werden, um den Lernaufwand zu verringern.

Experimentierklausel für Laienausbildung

Ein besonders diskutierter Punkt bleibt die Laienausbildung, bei der Eltern ihre Kinder im Fahren unterrichten könnten. Verkehrsminister Schnieder kündigte an, dass dieses Modell durch eine Experimentierklausel in der Neuregelung berücksichtigt werden soll. Nach einer Erprobungsphase ist eine Evaluierung geplant. „Wir schauen uns positive Beispiele aus anderen Ländern wie Österreich und Luxemburg an“, so Schnieder.

Die Reform soll nicht nur die Kosten senken, sondern auch die Attraktivität der Führerscheinausbildung erhöhen und damit langfristig dem Fachkräftemangel in Verkehrsberufen entgegenwirken.

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