Verdi-Streik legt Busverkehr in Sachsen-Anhalt lahm: Keine Einigung in Tarifgesprächen
Halle/MZ. - Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag einen ganztägigen Streik im Busverkehr in weiten Teilen Sachsen-Anhalts angekündigt. Dieser folgt auf gescheiterte Verhandlungen, bei denen die Arbeitgeberseite erneut kein Angebot vorgelegt hat. Im Regionalverkehr wird damit kaum ein Bus unterwegs sein, was zu erheblichen Einschränkungen für Pendler und Reisende führen wird.
Zahlreiche Verkehrsunternehmen von Streik betroffen
Von dem Arbeitskampf sind zahlreiche Busunternehmen in Sachsen-Anhalt betroffen. Dazu zählen unter anderem:
- BördeBus
- Halberstädter Verkehrsgesellschaft (HVG)
- Harzer Verkehrsbetriebe (HVB)
- Kreisverkehrsgesellschaft Salzland
- Personennahverkehr Burg und Genthin
- PVGS Altmarkkreis Salzwedel
- Stendalbus GmbH
Verdi rechnet damit, dass der Regionalverkehr nahezu komplett zum Erliegen kommt. Bereits am Dienstag hatte die Gewerkschaft für den kompletten ÖPNV in Halle, Dessau-Roßlau, dem Burgenlandkreis sowie Magdeburg einen 96-stündigen Streik angekündigt, der am Donnerstagmorgen um 3 Uhr beginnt.
Verdi kritisiert "Verschleppungstaktik" der Arbeitgeber
Auslöser des Bus-Streiks ist die erneute Vertagung der Tarifverhandlungen. Obwohl der Rahmentarifvertrag bereits im September 2025 gekündigt und die Forderungen im Dezember übergeben worden waren, kam es erst im Februar zu einem ersten Gesprächstermin. Auch fünf Wochen später hätten die Arbeitgeber laut Gewerkschaft kein Angebot vorgelegt.
Verdi-Verhandlungsführer Stefan Hilbig sprach von einer "Verschleppungstaktik" und kritisierte scharf: "Die Arbeitgeber hatten ausreichend Zeit, sich mit unseren Forderungen auseinanderzusetzen. Statt konstruktiver Lösungen kommen nur Verzögerungen."
Forderungen der Gewerkschaft im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt der Tarifrunde stehen deutliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im Busverkehr. Verdi fordert unter anderem:
- Kürzere Dienstschichten, die statt der aktuell möglichen 12,5 Stunden künftig maximal neun Stunden dauern sollen
- Schnelleren Ausgleich von Überstunden und Mehrarbeit
- Verbesserte Erholungszeiten, da Beschäftigte ihre Erholung nicht erst nach mehreren Monaten benötigten
Obwohl die Gewerkschaft nach eigenen Angaben Gesprächsbereitschaft signalisiert hat, blieb ein Angebot auch in der zweiten Verhandlungsrunde aus. Die Tarifverhandlungen werden erst im Mai fortgesetzt, was weitere Streikaktionen nicht ausschließt.
Die Situation verschärft sich damit weiter: Während der ÖPNV-Streik bereits läuft, kommt nun der Busstreik hinzu. Für Freitag müssen sich Reisende und Pendler in Sachsen-Anhalt auf erhebliche Beeinträchtigungen einstellen, da beide Streiks parallel stattfinden werden.



