Berlin baut massiv aus: Tausende neue Fahrradstellplätze an Bahnhöfen geplant
Berlin: Tausende neue Fahrradstellplätze an Bahnhöfen

Berlin baut massiv aus: Tausende neue Fahrradstellplätze an Bahnhöfen geplant

Wer sein Fahrrad an Berlins Bahnhöfen sicher abstellen möchte, bekommt in den kommenden Jahren deutlich mehr Möglichkeiten. Das landeseigene Unternehmen Infravelo treibt den Ausbau der Fahrradinfrastruktur mit Nachdruck voran und plant allein für dieses und das nächste Jahr die Schaffung von rund 4.100 neuen Stellplätzen an U- und S-Bahnhöfen.

Vielfältige Angebote für Radfahrer

Geplant sind verschiedene Varianten, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Radfahrer gerecht werden sollen. Dazu gehören klassische Anlehnbügel im Freien, moderne Fahrradparkhäuser sowie gesicherte Stellplätze in Sammelschließanlagen. Besonders praktisch sind Doppelstockparker, bei denen zwei Räder übereinander Platz finden, und Einzelboxen, die jeweils ein Fahrrad sicher verschließen.

„Es kommt jetzt Bewegung rein“, betont Infravelo-Sprecherin Alexandra Hensel. „Radwege allein reichen nicht aus. Es muss auch ausreichend gute Angebote für das Abstellen von Fahrrädern geben.“

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Gesicherte Stellplätze mit Buchungssystem

Die gesicherten Stellplätze können bequem vorab gebucht werden, wobei die ersten 24 Stunden jeweils kostenfrei sind. Das Buchungssystem ParkYourBike steht berlinweit per App zur Verfügung und wird teilweise auch in Brandenburg angeboten, etwa in Eichwalde, Hennigsdorf und Potsdam.

Massiver Ausbaubedarf bis 2030

Der aktuelle Bestand an 275 S- und U-Bahnstationen umfasst etwa 36.000 Fahrradstellplätze. Doch laut Infravelo-Prognose wird der Bedarf bis zum Jahr 2030 auf insgesamt 78.000 Stellplätze ansteigen. Das bedeutet, dass noch etwa 42.000 zusätzliche Plätze geschaffen werden müssten, um die wachsende Nachfrage zu decken.

Im laufenden Jahr plant Infravelo den Bau von gut 900 zusätzlichen Stellplätzen, sowohl freien als auch gesicherten. Für 2027 sind an 39 Stationen bis zu 3.200 weitere Plätze vorgesehen.

Großprojekte mit innovativen Konzepten

Besonders ambitioniert sind die Pläne für den S- und Regionalbahnhof Schöneweide, wo rund 1.100 freie und gesicherte Stellplätze entstehen sollen. Weitere große Projekte sind am S-Bahnhof Mahlsdorf (Marzahn-Hellersdorf) mit bis zu 700 Plätzen, am S-Bahnhof Treptower Park mit mehr als 200 Plätzen sowie am S- und U-Bahnhof Lichtenberg mit bis zu 170 Stellplätzen geplant. Am S- und U-Bahnhof Warschauer Straße sollen allein 120 gesicherte neue Stellplätze hinzukommen.

Innovatives Fahrradparkhaus in Schöneweide

Ein besonderes Highlight wird das zweigeschossige Fahrradparkhaus am S-Bahnhof Schöneweide, das in Holzbauweise errichtet wird. Nach der Vorbereitung des Baufeldes im Dezember und dem Beginn der Erdarbeiten im März soll das Gebäude Anfang 2027 in Betrieb gehen.

Das Besondere an diesem Parkhaus: Es wird von einem Edelstahlnetz umgeben, das für optimale Lichtverhältnisse und natürliche Belüftung sorgt. An der Südseite zum Bahndamm entsteht an diesem Netz eine bepflanzte Grünfassade. Zusätzlich sind Photovoltaikanlagen vorgesehen, die umweltfreundlichen Strom erzeugen.

Zum Parkhaus gehört eine überdachte Abstellanlage aus Holz. Beide Gebäude erhalten Gründächer, die das Regenwasser zurückhalten und so die Kanalisation entlasten. Insgesamt entstehen in Schöneweide mehr als 1.100 Stellplätze, von denen bis zu 350 zusätzlich gesichert sind. Das Fahrradparkhaus auf dem Bahnhofsvorplatz bietet rund 800 Plätze, während die überdachte Abstellanlage am Ecksteinweg etwa 300 Stellplätze umfassen wird.

Diese umfangreichen Maßnahmen zeigen, dass Berlin die Bedeutung einer funktionierenden Fahrradinfrastruktur erkannt hat und konsequent in deren Ausbau investiert. Für Pendler und Freizeitradler bedeutet dies mehr Komfort und Sicherheit bei der Nutzung des umweltfreundlichen Verkehrsmittels.

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