Berlin erhält Tausende neue Fahrradstellplätze an Bahnhöfen für nachhaltige Mobilität
Berlin bekommt Tausende neue Fahrradstellplätze an Bahnhöfen

Berlin erhält massiven Ausbau von Fahrradstellplätzen an Bahnhöfen

An Berliner U- und S-Bahnhöfen wird das Angebot an Fahrradstellplätzen in den kommenden Jahren deutlich erweitert. Das landeseigene Unternehmen Infravelo hat ambitionierte Pläne vorgestellt, um die Ladeinfrastruktur für Fahrräder an wichtigen Verkehrsknotenpunkten der Hauptstadt auszubauen. Allein in diesem und im nächsten Jahr sollen rund 4.100 neue Stellplätze entstehen, wobei langfristig noch weitaus größere Dimensionen angestrebt werden.

Vielfältige Stellplatzvarianten für unterschiedliche Bedürfnisse

Geplant sind verschiedene Typen von Fahrradstellplätzen, die den individuellen Anforderungen der Radfahrer gerecht werden sollen. Dazu gehören klassische Anlehnbügel im Freien, moderne Fahrradparkhäuser sowie gesicherte Sammelschließanlagen. Besonders praktisch sind die Doppelstockparker, bei denen zwei Fahrräder platzsparend übereinander abgestellt werden können. Für höchste Sicherheitsansprüche stehen Einzelboxen zur Verfügung, in denen jedes Rad separat verschlossen wird.

Gesicherte Stellplätze mit innovativem Buchungssystem

Die gesicherten Stellplätze können bequem vorab reserviert werden, wobei die ersten 24 Stunden jeweils kostenfrei sind. Das digitale Buchungssystem ParkYourBike steht als App zur Verfügung und ermöglicht eine einfache Planung der Fahrradabstellung. Dieses Angebot ist nicht nur in Berlin verfügbar, sondern erstreckt sich auch auf einige Standorte in Brandenburg, darunter Eichwalde, Hennigsdorf und Potsdam.

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Ambitionierte Ausbaupläne bis 2030

Der aktuelle Bestand an Fahrradstellplätzen wurde an 275 S- und U-Bahnstationen ermittelt und beläuft sich auf etwa 36.000 Plätze. Die Prognose von Infravelo zeigt jedoch einen deutlich höheren Bedarf auf: Bis zum Jahr 2030 werden schätzungsweise 78.000 Stellplätze benötigt, was einen Zubau von 42.000 zusätzlichen Plätzen erforderlich machen würde. Obwohl diese Zahlen noch nicht verbindlich beschlossen sind, verdeutlichen sie die Dimensionen der erforderlichen Investitionen.

Konkrete Projekte und Zeitpläne

Im laufenden Jahr plant Infravelo den Bau von über 900 zusätzlichen Stellplätzen, sowohl freie als auch gesicherte Varianten. Für das Jahr 2027 sind an 39 Stationen bis zu 3.200 weitere Plätze vorgesehen. Besonders umfangreiche Projekte sind an folgenden Standorten geplant:

  • S- und Regionalbahnhof Schöneweide: Rund 1.100 Stellplätze
  • S-Bahnhof Mahlsdorf (Marzahn-Hellersdorf): Bis zu 700 Stellplätze
  • S-Bahnhof Treptower Park: Über 200 Stellplätze
  • S- und U-Bahnhof Lichtenberg: Bis zu 170 Stellplätze
  • S- und U-Bahnhof Warschauer Straße: 120 gesicherte Stellplätze

Innovatives Fahrradparkhaus in Schöneweide

Ein besonderes Highlight ist das zweigeschossige Fahrradparkhaus am S-Bahnhof Schöneweide, das in nachhaltiger Holzbauweise errichtet wird. Die Bauarbeiten begannen im März nach vorbereitenden Maßnahmen im Dezember, und die Inbetriebnahme ist für Anfang 2027 geplant. Das Gebäude wird architektonisch durch ein Edelstahlnetz geprägt, das für optimale Lichtverhältnisse und natürliche Belüftung sorgt.

An der Südseite zum Bahndamm entsteht eine bepflanzte Grünfassade, die nicht nur ästhetisch ansprechend ist, sondern auch ökologische Vorteile bietet. Photovoltaikanlagen auf dem Dach tragen zur nachhaltigen Energieversorgung bei. Das Parkhaus umfasst insgesamt mehr als 1.100 Stellplätze, von denen bis zu 350 zusätzlich gesichert sind. Die Verteilung sieht etwa 800 Plätze im Hauptgebäude auf dem Bahnhofsvorplatz und rund 300 Plätze in einer überdachten Abstellanlage am Ecksteinweg vor.

Nachhaltige Bauweise mit ökologischen Vorteilen

Beide Gebäudeteile erhalten Gründächer, die das Regenwasser zurückhalten und so die Kanalisation entlasten. Diese Maßnahmen unterstreichen das Engagement für umweltfreundliche Bauweisen und nachhaltige Stadtentwicklung. Alexandra Hensel, Sprecherin von Infravelo, betont die Bedeutung dieser Initiative: "Es kommt jetzt Bewegung rein. Es ist ein wichtiges Vorhaben. Radwege allein reichen nicht. Es muss auch ausreichend gute Angebote geben für das Abstellen von Fahrrädern."

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Der Ausbau der Fahrradstellplätze an Berlins Bahnhöfen markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer integrierten und nachhaltigen Mobilität in der Hauptstadt. Durch die Kombination von praktischen Abstellmöglichkeiten, innovativer Technologie und ökologischer Bauweise entsteht eine Infrastruktur, die den wachsenden Bedürfnissen der Fahrradfahrer gerecht wird und gleichzeitig zur Verkehrswende beiträgt.