Benzin-Preiswunder in Bielefeld: Super E10 unter 2 Euro löst kilometerlangen Stau aus
Während die Spritpreise in Deutschland seit Tagen Rekordhöhen erreichen und Autofahrer an den meisten Tankstellen mehr als 2,20 Euro für einen Liter Super bezahlen müssen, gab es am Donnerstag in Bielefeld eine echte Sensation. An der „Star“-Tankstelle auf der Oldentruper Straße war Super E10 für nur 1,969 Euro pro Liter zu haben – und das löste ein Verkehrschaos historischen Ausmaßes aus.
Kilometerlange Blechlawine vor Discount-Tankstelle
Die Nachricht von den extrem günstigen Preisen verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der ostwestfälischen Stadt. Bereits am Vormittag bildete sich eine kilometerlange Schlange von Autos, die alle auf die günstigen Zapfsäulen der „Star“-Tankstelle zustrebten. Bis zu einem Kilometer erstreckte sich die Blechlawine, die nicht nur den Individualverkehr, sondern sogar Busse und Straßenbahnen behinderte.
„Hier war totales Chaos“, berichtete Mona Schober (35), die es mit viel Glück und Taktik noch geschafft hatte, ihren Multivan mit Diesel zum alten Preis zu füllen. „Das Auto vor mir hatte eine Panne, sodass ich Sekunden vor dem Preisanstieg noch tanken konnte.“ Ihre Ersparnis: mehr als zehn Euro im Vergleich zu den Preisen an anderen Tankstellen.
Nur fünf Tankstellen in ganz Deutschland unter der Zwei-Euro-Marke
Laut dem Vergleichsportal Clever-Tanken war die Bielefelder „Star“-Tankstelle am Donnerstag eine von insgesamt nur fünf Tankstellen in ganz Deutschland, die Sprit für unter zwei Euro pro Liter anbot. Während andernorts für Super E5 mehr als 2,20 Euro fällig wurden, kostete der Liter an der Discount-Tanke nur 2,029 Euro. Selbst Diesel war mit 2,04 Euro deutlich günstiger als bei den großen Mineralölkonzernen, die bis zu 40 Cent mehr verlangten.
Tankstellen-Mitarbeiterin Verena Stelter (38) zeigte sich von dem Ansturm überwältigt: „Ich hatte zwischenzeitlich gedacht, die würden uns jetzt leertanken. Viel ist in unseren Tanks nicht mehr drin, bis heute Abend könnte es knapp werden.“
Preissprung um Punkt 12 Uhr beendet das Preiswunder
Das kurze Preiswunder fand um Punkt 12 Uhr mittags ein abruptes Ende. Weil Tankstellen nur zu dieser Uhrzeit ihre Preise erhöhen dürfen, schossen die Literpreise bei „Star“ von einem Moment auf den anderen in die Höhe. Super wurde um 16 Cent teurer, Diesel sogar um 20 Cent. Der „Super“-Stau löste sich daraufhin innerhalb kürzester Zeit auf – ebenso schnell, wie er entstanden war.
Die spektakuläre Aktion zeigt einmal mehr, wie sensibel Autofahrer auf Spritpreisunterschiede reagieren und welches Verkehrschaos bereits minimale Preisvorteile auslösen können. In Zeiten dauerhaft hoher Kraftstoffkosten werden solche Gelegenheiten begierig genutzt – selbst wenn das stundenlanges Warten im Stau bedeutet.



