Reihenhausgärten: Trennwände gekonnt begrünen
Praktisch, aber oft wenig ansehnlich prägen Trennwände zum Nachbarn viele Reihenhausgärten, insbesondere auf der Südseite. Mit der passenden Bepflanzung lassen sich aus grauen Abgrenzungen jedoch attraktive grüne Elemente gestalten. In den typischerweise schmalen Beetstreifen entlang der Wand herrschen besondere Bedingungen, bei denen das Mikroklima stärker über das Gedeihen der Pflanzen entscheidet als in herkömmlichen Gartenbeeten. Wer diese Faktoren von Beginn an berücksichtigt, vermeidet später schwache Triebe und kahle Stellen.
Südseite im Reihenhausgarten: Das Mikroklima ist entscheidend
Südseite bedeutet nicht automatisch gleiche Bedingungen. Entscheidend ist die Tageszeit, zu der die Sonne auf die Wand trifft. An der Wand mit Morgensonne bleibt Hitzestress für Pflanzen meist aus. "Die Pflanzen beginnen schon am Morgen mit der Verdunstung und sind zu dieser Zeit am leistungsfähigsten. Die Umgebungsluft ist noch kühl, die Morgensonne sanft. Die Pflanzen können entspannt in den Tag starten", erläutert Sandra von Rekowski vom Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands e.V.
Ganz anders verhält es sich auf der gegenüberliegenden Seite, die erst ab Mittag Sonne erhält. Dann ist die Luft bereits aufgeheizt. "Die Pflanzen stehen sofort unter deutlich höherem Stress, weil ihre Verdunstung massiv steigt. Zusätzlich wirkt die aufgeheizte Wand wie ein Heizkörper: Sie strahlt Wärme direkt auf die Pflanzen zurück – und gibt diese gespeicherte Hitze oft noch bis in die Nacht hinein ab", so die Expertin weiter. Zu der direkten Sonneneinstrahlung kommt somit eine zusätzliche Hitzebelastung hinzu, verstärkt durch abgestrahlte Wärme von Boden- und Umgebungsflächen.
Hitzestress an der Trennwand: Erhöhtes Risiko für Pflanzen
Mittags und nachmittags sind viele Pflanzen bereits erschöpft und können die intensive Sonneneinstrahlung schlechter regulieren. "Dadurch steigt das Risiko von Trockenstress, Sonnenbrand und Überhitzung deutlich an", betont Sandra von Rekowski. Damit die Begrünung dennoch erfolgreich gelingt, sind klare Regeln erforderlich – insbesondere in den oft nur etwa 80 Zentimeter breiten Streifen zwischen Terrasse und Wand. Je nach verfügbarem Platz lassen sich die Pflanzideen schlanker oder üppiger umsetzen. Wichtig ist, auf wenige Arten zu setzen, die sich wiederholen und für ein harmonisches Gesamtbild sorgen.
Drei essentielle Regeln für begrünte Trennwände
Abstand halten: Das Rankgitter sollte mindestens zehn Zentimeter von der Wand entfernt montiert werden. Nur so kann die Luft hinter den Blättern zirkulieren. Dies wirkt wie eine natürliche Klimaanlage und mildert den Heizkörper-Effekt der aufgeheizten Wand ab.
Tiefgang fördern: In schmalen Beeten trocknet die obere Erdschicht rasch aus. Daher sollte der Boden vor dem Pflanzen so tief wie möglich gelockert werden. Nur wenn die Wurzeln in kühlere, feuchtere Schichten vordringen können, gelangen die Pflanzen auch an heißen Nachmittagen an ausreichend Wasser.
Die richtige Pflanze an den richtigen Platz: Hitzetolerante Arten gehören an die nachmittags beschienene Wand. Pflanzen, die Sonne mögen, aber keine stehende Hitze vertragen, fühlen sich auf der kühleren Morgenseite wohler.
Mit diesen Maßnahmen verwandeln sich unschöne Trennwände in attraktive grüne Elemente, die das Mikroklima im Garten positiv beeinflussen und für ein angenehmes Ambiente sorgen.



