Güstrow plant Neugestaltung des Franz-Parr-Platzes: Moderner, grüner und barrierefrei bis 2029
Güstrow: Historischer Franz-Parr-Platz wird bis 2029 umgebaut

Historischer Platz im Herzen Güstrows erhält neues Gesicht

Die Stadt Güstrow hat ambitionierte Pläne für die Neugestaltung des zentralen Franz-Parr-Platzes vorgestellt. Ab dem Jahr 2027 soll der historische Platz im sogenannten Kulturdreieck zwischen Schloss, Theater und Amtsgericht grundlegend umgebaut und modernisiert werden. Die umfassenden Arbeiten sind in zwei Bauabschnitten geplant und sollen bis zum Jahr 2029 abgeschlossen sein.

Zwei Bauphasen für nachhaltige Transformation

Bürgermeister Sascha Zimmermann informierte, dass die Umsetzung mithilfe von Städtebaufördermitteln realisiert werden soll. Der Franz-Parr-Platz liegt im Sanierungsgebiet „Altstadt“ und besitzt aufgrund seiner Verbindung zentraler kultureller und institutioneller Einrichtungen eine herausragende städtebauliche Bedeutung.

Im ersten Bauabschnitt konzentrieren sich die Arbeiten auf das Kulturdreieck mit Wollhalle, Theater und Museum. Dieser Bereich erstreckt sich von der bereits sanierten Schlossstraße bis zur Erschließungsstraße, die vom Schlossberg zur Domstraße führt, wie Stadtsprecherin Karin Bartock erläuterte. Der zweite Bauabschnitt umfasst dann den verbleibenden Platzbereich zwischen Schlossberg, Domstraße und Philipp-Brandin-Straße.

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Pause für 800-Jahr-Feier und Förderdetails

Ein besonderes Detail der Planung: Im Jubiläumsjahr 2028, wenn Güstrow sein 800-jähriges Bestehen feiert, sollen die Bauarbeiten vorübergehend ruhen. Dies ermöglicht ungestörte Feierlichkeiten in der historischen Altstadt.

An dem grundhaften Ausbau sind mehrere städtische Betriebe beteiligt:

  • Die Stadtwerke Güstrow mit ihren Versorgungsleitungen
  • Der Städtische Abwasserbetrieb mit dem Mischwasserkanal
  • Die Stadt selbst mit Verkehrs- und Grünanlagen

Förderfähig aus Städtebaufördermitteln sind anteilig der Mischwasserkanal sowie die Verkehrs- und Grünflächen. Konkrete Zahlen zur Förderhöhe stehen noch nicht fest, da sich das Projekt derzeit in der Vorplanungsphase befindet. Als Richtwerte nennt die Stadt seit 2023 Förderobergrenzen von bis zu 260 Euro pro Quadratmeter für öffentliche befestigte Straßen, Wege und Plätze sowie bis zu 120 Euro pro Quadratmeter für öffentliche Grünanlagen im Sanierungsgebiet „Altstadt“.

Gestaltungskonzept mit Fokus auf Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit

Zur konkreten Gestaltung des Platzes liegen noch keine detaillierten Aussagen vor, jedoch sind bereits grundlegende Konzepte erkennbar. Im Bereich des Kulturdreiecks ist eine „platzartige Lösung“ vorgesehen, die vergleichbar mit dem Markt gestaltet werden soll. Geplant sind eine einheitliche Materialwahl für die Flächen sowie eine Reduzierung der Bordhöhen.

Im übrigen Bereich orientiert sich die Gestaltung an bereits sanierten Straßen wie der Domstraße. Vorgesehene Elemente umfassen:

  • Angebotsstreifen für Radfahrer
  • Barrierefreie Querungen für Fußgänger
  • Eine barrierefreie Haltestelle
  • Neue Fahrradabstellanlagen
  • Aufgewertete Grünflächen
  • Attraktivere Stellplätze

Historische Bedeutung des Franz-Parr-Platzes

Der Platz trägt den Namen von Franz Parr, einem aus Schlesien stammenden Renaissance-Architekten, der Güstrow vor rund 500 Jahren architektonisch prägte. Wie Nico Janke, Kurator des Schlosses Güstrow, betont, entwarf und realisierte Parr zwei Flügel des Schlosses und brachte moderne Bauformen sowie spezialisiertes Handwerkswissen aus weiten Teilen Europas in die Barlachstadt.

Die geplante Neugestaltung des Franz-Parr-Platzes verbindet somit historisches Erbe mit modernen städtebaulichen Anforderungen und schafft einen zeitgemäßen öffentlichen Raum, der den Ansprüchen an Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit und urbaner Lebensqualität gerecht wird.

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