SOS-Kinderdorf Wittenberge: Ferienprogramm verwandelt Freizeit in handwerkliche Abenteuer
SOS-Kinderdorf: Ferienprogramm für handwerkliche Abenteuer

SOS-Kinderdorf Wittenberge: Ferienprogramm verwandelt Freizeit in handwerkliche Abenteuer

Wenn die Ferien beginnen und berufstätige Eltern arbeiten müssen, finden viele Jugendliche in Wittenberge eine sinnvolle Beschäftigung im SOS-Kinderdorf. Seit dem Jahr 2020 organisiert die Einrichtung ein wechselndes Programm, das nicht nur Abwechslung bietet, sondern auch neue Erfahrungen ermöglicht. Besonders in den Osterferien zeigt sich, wie aus gewöhnlicher Freizeit kleine Abenteuer werden können.

Handwerkliche Fertigkeiten im Mittelpunkt

In der aktuellen Woche stehen praktische und handwerkliche Angebote im Vordergrund. In der Holzwerkstatt gestalten elf bis dreizehn Kinder eigene Motive auf Holzplatten. Unter fachkundiger Anleitung wird gesägt, gefeilt und gefräst. Für viele Teilnehmer ist dies der erste Kontakt mit professionellem Werkzeug überhaupt. „Für manche Kinder ist schon ein Schraubenzieher etwas völlig Neues“, erklärt Conny Schulze, eine der Betreuerinnen. Einige hätten hier erstmals mit einer Feile gearbeitet oder die Grundlagen der Holzbearbeitung kennengelernt.

Die Kinder werden von Sozialarbeitern wie Marcel Brumm und Conny Schulze sowie weiteren pädagogischen Fachkräften des SOS-Kinderdorfs betreut. Diese helfen bei Bedarf, erklären die Arbeitsschritte und greifen unterstützend ein. Gleichzeitig achten sie sorgfältig darauf, dass niemand überfordert wird und jeder sein eigenes Tempo finden kann.

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Freiheit zum Ausprobieren ohne Druck

Wer merkt, dass die Arbeit mit Holz zu anstrengend wird oder einfach eine Pause benötigt, kann jederzeit zu anderen Aktivitäten wechseln. Im Kinderdorf stehen zahlreiche Alternativen bereit:

  • Kicker-Tische für spielerische Wettkämpfe
  • Verschiedene Brettspiele für gemeinsamen Spaß
  • Weitere kreative Angebote je nach Interesse
„Wir zwingen niemanden“, betont Conny Schulze. „Wenn jemand lieber etwas anderes machen möchte, dann ist das völlig in Ordnung.“ Gerade diese Freiheit sei von zentraler Bedeutung. Die Jugendlichen sollen ausprobieren können, was ihnen wirklich liegt – ohne Leistungsdruck, aber mit der notwendigen Unterstützung im Hintergrund.

Vielfältige Aktivitäten je nach Wetter und Jahreszeit

Das konkrete Programm gestaltet sich flexibel und orientiert sich oft an den Wetterbedingungen. Im Sommer geht es regelmäßig nach draußen zum Baden oder gemeinsamen Grillen. An anderen Tagen werden Pizza gebacken, Kerzen aus Bienenwachs hergestellt oder gemeinsam leckere Mahlzeiten zubereitet. „Das Besondere ist, dass die Kinder alles selbst machen“, erklärt Conny Schulze. „Bei der Pizza beginnt es schon mit dem Teigkneten – und am Ende essen alle gemeinsam das, was sie eigenhändig geschaffen haben.“ Viele Jugendliche würden solche Aktivitäten zu Hause gar nicht erst ausprobieren.

Die Angebote verfolgen dabei einen doppelten Zweck: Sie sollen nicht nur Spaß machen, sondern auch praktisches Wissen vermitteln. Insbesondere Kinder, die nicht in ländlichen Regionen aufwachsen, lernen hier vieles zum ersten Mal kennen. „Es geht darum, Neues auszuprobieren“, sagt Conny Schulze. „Manche entdecken dabei Fähigkeiten, von denen sie vorher gar nichts ahnten.“

Nachhaltige Wirkung und treue Teilnehmer

Dass das Konzept erfolgreich ist, beweisen die Teilnehmer selbst. Viele Jugendliche kommen in fast allen Ferien wieder. Einige haben im Kinderdorf längst feste Freundschaften geschlossen, andere bringen sogar ihre Geschwister mit. „Ich komme eigentlich immer her“, berichtet ein zwölfjähriger Teilnehmer. „Man kennt hier alle und es gibt jedes Mal etwas anderes zu erleben.“ Eine dreizehnjährige Teilnehmerin ergänzt: „Am besten finde ich, dass man hier so viel ausprobieren darf und niemand einem etwas vorschreibt.“

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Die Teilnahmegebühr beträgt bewusst nur fünf Euro, um möglichst vielen Familien die Mitwirkung zu ermöglichen. Für berufstätige Eltern stellt dies eine wichtige Unterstützung dar. Für die Kinder und Jugendlichen jedoch ist das SOS-Kinderdorf vor allem eines: ein Ort, an dem aus gewöhnlichen Ferien kleine, unvergessliche Abenteuer werden. Im Kinder- und Jugendzentrum Wittenberge (KiJuKuZ) lernen die Schüler nicht nur handwerkliche Fertigkeiten, sondern auch soziale Kompetenzen und Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten.