Kita-Krise in Karlsruhe: Zwei große Träger insolvent – 1400 Kinder und 600 Jobs betroffen
Kita-Krise: Zwei Träger insolvent – 1400 Kinder betroffen

Kita-Krise in Karlsruhe: Zwei große Träger insolvent – 1400 Kinder und 600 Jobs betroffen

Die Mischung ist fatal und trifft immer häufiger soziale Einrichtungen: Während die Kosten für Heizung, Personal und Miete kontinuierlich steigen, bleiben die Einnahmen auf gleichem Niveau. So entsteht ein tiefes Finanzloch, das nun zwei bedeutende Kita-Träger in Karlsruhe in die Insolvenz getrieben hat.

Insolvenzanträge beim Amtsgericht gestellt

Die Lenitas gGmbH und die Pro-Liberis gGmbH in Karlsruhe, Baden-Württemberg, mussten beim örtlichen Amtsgericht Insolvenz anmelden. Beide Träger betreiben gemeinsam 29 Kindertagesstätten, in denen etwa 1400 Kinder betreut werden. Rund 600 Mitarbeiter, darunter zahlreiche Erzieherinnen und Erzieher, blicken nun in eine ungewisse Zukunft und bangen um ihre Arbeitsplätze.

Betrieb läuft vorerst weiter – Gehaltszahlungen ausstehend

Ihre Gehälter für den Monat Januar haben die Beschäftigten bisher nicht erhalten. Diese sollen jedoch über das Insolvenzgeld nachgezahlt werden. Der Betrieb der Kindergärten wird vorerst aufrechterhalten. An einem Sanierungskonzept wird aktuell mit Unterstützung eines Insolvenzverwalters gearbeitet, wie mehrere lokale Medien, darunter der SWR, berichten.

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„Wirtschaftliche Neuaufstellung“ geplant

In einer Mitteilung an die betroffenen Eltern spricht die gemeinsame Geschäftsführung der Kita-Träger von einer notwendigen „wirtschaftlichen Neuaufstellung“. Durch die massiven Preissteigerungen der letzten Zeit sei eine erhebliche Liquiditätslücke entstanden. Das erklärte Ziel sei es, „Pro-Liberis und Lenitas zukunftsfest zu machen, um weiterhin unsere hohe Betreuungsqualität garantieren zu können“.

Suche nach Lösungen mit Insolvenzexperten

Wie genau diese Zukunftssicherung gelingen soll, ist derzeit noch unklar. Die beiden Insolvenzrechtsexperten Jürgen Erbe (für Pro-Liberis) und Holger Blümle (für Lenitas) von der bundesweit tätigen Kanzlei Schultze & Braun suchen gemeinsam mit der Geschäftsführung nach tragfähigen Lösungen.

Gegenüber Medien äußerten sich die Verantwortlichen vorsichtig optimistisch: „Unser Ziel ist die nachhaltige Fortführung der beiden Unternehmen und ihrer Einrichtungen, und wir sehen gute Chancen, dass uns das in den nächsten Wochen gelingen kann. Maßgeblich wird der Erfolg aber auch von den laufenden Gesprächen mit den öffentlichen Kostenträgern abhängen.“

Kommunen in der Pflicht – Karlsruhe selbst in Finanznot

Das bedeutet konkret: Die Gemeinden, in denen die Kitas angesiedelt sind, sollen sich finanziell stärker engagieren als bisher. Schließlich besteht in Deutschland ein gesetzlicher Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz. Das Problem dabei: Die Stadt Karlsruhe steckt selbst in einer tiefen Finanzkrise und hatte zuletzt sogar die Zuschüsse für soziale Einrichtungen gekürzt.

Diese prekäre Situation stellt alle Beteiligten vor enorme Herausforderungen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob eine Rettung der betroffenen Kindertagesstätten und der damit verbundenen Arbeitsplätze möglich ist.

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