Anita Wepper öffnet sich über den Verlust ihres geliebten Ehemanns
Zweieinhalb Jahre nach dem plötzlichen Tod ihres Ehemanns, des beliebten TV-Stars Elmar Wepper, spricht Anita Wepper (69) erstmals öffentlich über ihren tiefen Verlust und ihren persönlichen Weg durch die Trauer. Der Schauspieler verstarb am 31. Oktober 2023 im Alter von 79 Jahren überraschend an einem Herzstillstand in seinem Zuhause in Planegg bei München.
Die große Liebe und der schmerzhafte Abschied
„Elmar war für mich der ideale Partner, Ehemann und Geliebte“, erklärt Anita Wepper in einem bewegenden Gespräch. „Wir waren 28 Jahre ein Paar, davon 20 Jahre verheiratet, und haben alles zusammen gemacht. Jetzt bin ich allein.“ Die Witwe beschreibt ihren Trauerprozess als wellenartige Bewegung: „Die Zeit heilt Wunden nicht, aber sie hilft. Mein Leben bewegt sich in Wellen.“
Am 16. April wäre Elmar Wepper 82 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass besucht Anita Wepper regelmäßig sein Grab auf dem Winthir-Friedhof im Münchner Stadtteil Nymphenburg-Neuhausen, wo der Verstorbene neben seiner Mutter Wilhelmine beigesetzt wurde. „Ich gehe zum Friedhof, zünde eine Kerze an und bin ihm nah“, erzählt sie.
Hündin Emma als treue Stütze
Eine besondere Rolle in ihrem Heilungsprozess spielt der fünfjährige Border-Collie-Mix Emma, den das Ehepaar gemeinsam aus dem Tierschutz aufgenommen hatte. „Mir hat unsere Hündin Emma sehr geholfen. Sie hat mich aufgefangen“, betont Anita Wepper. Die täglichen Spaziergänge mit dem Hund geben ihr nicht nur Struktur, sondern ermöglichen auch soziale Kontakte.
„Es hilft mir sehr, dass ich jeden Tag mit ihr spazieren gehe. Da treffe ich Menschen. Und auf den Wegen, die ich mit Elmar zusammen ging, lebt er weiter“, erklärt die Witwe. Aus Liebe zu Emma hat sie sogar den Plan verworfen, aus dem gemeinsamen Haus in Planegg auszuziehen: „Der Garten ist für sie so wichtig. Deshalb bleiben wir.“
Praktische Schritte im Trauerprozess
Um mit dem Verlust umzugehen, hat Anita Wepper praktische Entscheidungen getroffen. Sie spendete die gesamte Garderobe ihres Mannes an ein Sozialkaufhaus: „Ich habe alles einem Sozialkaufhaus gespendet, für Menschen mit wenig Geld. Es ist schön, zu wissen, dass seine Sachen weiter getragen werden.“
Gleichzeitig engagiert sie sich weiterhin für den Verein Retla e.V., der sich um alleinstehende Senioren kümmert und dessen Schirmherr Elmar Wepper war. Dieses Engagement gibt ihr Kraft und Sinn. Allerdings gibt es noch Grenzen: Bei einem anstehenden Kinoabend des Vereins, bei dem Weppers Film „Kirschblüten – Hanami“ gezeigt wird, wird sie zwar anwesend sein, den Film selbst aber nicht anschauen können. „Das tut mir noch zu weh“, gesteht sie.
Persönliche Strategien gegen die Einsamkeit
Anita Wepper teilt auch ihre persönlichen Strategien im Umgang mit der Trauer: „Es gibt kein Rezept dafür, wie man seinen Weg wieder findet, wenn man einen geliebten Menschen verloren hat“, sagt sie. „Es ist wichtig, neugierig zu bleiben, mit Menschen zu sprechen. Aber es ist eine Überwindung, allein ins Theater zu gehen, ins Kino, ins Café.“
In schweren Momenten denkt sie an ihre Mutter, die bereits den Verlust einer Tochter verkraften musste. Diese familiären Erfahrungen mit Trauer helfen ihr, ihren eigenen Prozess besser zu verstehen und zu akzeptieren.



