Leichtigkeit im Alter: Vier Impulse für mehr Gelassenheit und Lebensfreude
Vier Impulse für mehr Leichtigkeit im Alter

Leichtigkeit im Alter: Vier Wege zu mehr Gelassenheit und Lebensfreude

Trauer, Krankheit und Einsamkeit können im Alter den sprichwörtlichen Rucksack schwer machen. Doch auch dann sind Momente der Leichtigkeit möglich. Der Pädagoge und Buchautor Bertram Kasper, bekannt durch sein Werk Die größte Reise deines Lebens: Mit Gelassenheit älter werden, betont: Leichtigkeit ist eine bewusste Entscheidung. Sein Rat: Schauen Sie in die Luft und erinnern Sie sich an Ihre Kindheit.

Die Grundlage: Akzeptanz als Schlüssel zur Leichtigkeit

Leichtigkeit ins Leben zu integrieren, fällt manchen Menschen leichter als anderen. Bertram Kasper erklärt: Das hängt stark vom Blick auf sich selbst und von der Haltung zu den Herausforderungen des Alters ab. Sein Ansatz: Das Altern als ständige Akzeptanzübung betrachten. Indem wir unsere Realität anerkennen und das Beste daraus machen, lösen wir uns vom inneren Widerstand. Das Loslassen ist eine Voraussetzung für Leichtigkeit, so Kasper, der sich selbst als Altersstratege bezeichnet.

Versöhnung mit der Vergangenheit

Oft raubt uns der Blick zurück die Chance auf Leichtigkeit, besonders wenn Gedankenschleifen wie Was wäre gewesen, wenn? dominieren. Hier hilft das Konzept der Ich-Integrität des Entwicklungspsychologen Erik Erikson. Es beschreibt einen Zustand, in dem man wohlwollend auf das Leben zurückblickt und auch weniger gelungene Phasen akzeptiert. Kasper nennt ein Beispiel: Man kann anerkennen, nicht immer ein perfekter Vater gewesen zu sein, aber gleichzeitig sehen: Ich habe mein Bestes gegeben. Akzeptanz, Loslassen und Selbstmitgefühl sind entscheidend. Bei anhaltendem Leidensdruck kann psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll sein.

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Vier praktische Impulse für mehr Leichtigkeit im Alltag

Leichtigkeit entsteht in Augenblicken der Präsenz, wenn der Geist nicht in Vergangenheit oder Zukunft schweift. Vier Ideen helfen, mehr im Moment zu leben:

  1. Rituale bewusst erleben: Wiederkehrende Gewohnheiten wie der morgendliche Kaffee auf dem Balkon oder der tägliche Spaziergang schulen die Achtsamkeit. Fragen wie Welche Vögel sitzen heute im Baum? oder Wie schmeckt der Kaffee? fördern die Präsenz im Hier und Jetzt.
  2. Nichtstun üben: Der Glaube, ständig produktiv sein zu müssen, blockiert Leichtigkeit. Nur wenn wir aufhören, immer etwas erreichen zu wollen, kann Leichtigkeit entstehen, sagt Kasper. Er selbst plant für den Ruhestand, einfach mal in die Luft zu schauen – eine Praxis, die in den Niederlanden als Niksen bekannt ist.
  3. Nach dem Flow-Gefühl suchen: Aktivitäten wie Tanzen, Stricken oder Malen, bei denen man Zeit und Umgebung vergisst, führen in einen Flow-Zustand. Ich konzentriere mich dann voll auf eine Sache, erklärt Kasper. Ein Blick in die Kindheit hilft: Welche Tätigkeit hat damals stundenlang fasziniert? Diese kann man auch nach Jahrzehnten wieder aufnehmen.
  4. Mit der Körperhaltung arbeiten: Leichtigkeit zeigt sich oft in Bewegung. Wenn sich Menschen leicht fühlen, fangen sie an zu hüpfen, beobachtet Kasper. Auch bei körperlichen Einschränkungen sind schwingende Bewegungen oder ein Lächeln möglich. Bewusstes Bewegen und Aufrichten kann Erinnerungen an leichte Momente wecken.

Insgesamt betont Kasper: Leichtigkeit im Alter ist kein Zufall, sondern das Ergebnis bewusster Haltung und kleiner Schritte im Alltag. Durch Akzeptanz, Präsenz und Freude an einfachen Dingen lässt sich auch mit einem schweren Rucksack mehr Gelassenheit finden.

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