Neuer Bischof für das Bistum Münster: Heiner Wilmer tritt Nachfolge von Felix Genn an
Das Bistum Münster, das nach der Zahl der Katholiken größte deutsche Bistum, erhält nach fast einem Jahr Vakanz wieder einen Bischof. Papst Leo XIV. ernannte am Donnerstag den bisherigen Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer zum neuen Bischof von Münster. Die Ernennung wurde zeitgleich in Rom und Münster bekanntgegeben, wo Wilmer um 12.00 Uhr offiziell im St.-Paulus-Dom vorgestellt wurde.
Wechsel von Hildesheim nach Münster: Ein fortschrittlicher Geistlicher übernimmt
Heiner Wilmer, der im Emsland geborene 64-Jährige, folgt auf Felix Genn, der im März 2025 aus Altersgründen ausgeschieden war. Genn hatte den Papst zu seinem 75. Geburtstag gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden. Wilmer war seit 2018 Bischof in Niedersachsen und wurde im Februar 2025 zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt. Er soll am 28. Juni im Dom in Münster in sein Amt eingeführt werden.
Das Bistum Münster umfasst in Nordrhein-Westfalen das Münsterland bis zum Niederrhein und zum Nordrand des Ruhrgebiets sowie das Oldenburger Land in Niedersachsen. Mit Wilmer übernimmt ein Geistlicher die Leitung, der als fortschrittlich gilt und sich für Erneuerungen in der katholischen Kirche einsetzt.
Fortschrittliche Ansätze und konservative Wurzeln: Wilmers Positionen im Fokus
In seinem bisherigen Bistum in Niedersachsen werden alternative Leitungsmodelle mit Frauen erprobt, und Wilmer hat sich wiederholt für eine Erneuerung der katholischen Sexualmoral ausgesprochen. Er befürwortet die Möglichkeit zur Segnung homosexueller Paare. Allerdings trat er nach seiner Wahl zum Chef der deutschen Bischöfe am 24. Februar in ersten Interviews vage und zögerlich auf, insbesondere bei der Frage, wie Frauen in der männerdominierten Kirche eine stärkere Rolle spielen könnten.
Wilmer verwies auf die von Papst Franziskus initiierte Weltsynode, wo das Thema Frauen in Ämtern und Diensten auf der Tagesordnung stand, wurde aber nicht konkreter. Er betonte, dass er nach wie vor überzeugt sei, dass auch heute der Heilige Geist wirke. Auf der anderen Seite setzt sich der 64-Jährige stark für das Thema Evangelisierung ein, das konservativen Bischöfen traditionell wichtig ist.
Diese Mischung aus progressiven und konservativen Elementen könnte Wilmers Amtszeit in Münster prägen, wo er nun die Führung eines der bedeutendsten Bistümer Deutschlands übernimmt.



