Bares für Rares: Königliche Signatur entpuppt sich als gedruckte Täuschung
Bares für Rares: Königs-Signatur nur gedruckt

Königliche Enttäuschung bei Bares für Rares: Signatur nur gedruckt

Die beliebte ZDF-Trödel-Show Bares für Rares bot am Mittwoch, dem 8. April 2026, wieder skurrile und faszinierende Fundstücke. Moderator Horst Lichter (64) führte durch eine Folge mit denkwürdigen Raritäten und spannenden Herkunftsgeschichten. Das Highlight des Tages entpuppte sich jedoch als handfeste Enttäuschung für einen Teilnehmer.

Vom Familienschatz zur Ernüchterung

Eddie, ein 74-jähriger pensionierter Fahrlehrer aus Düsseldorf, präsentierte ein besonderes Erbstück seiner Mutter. Bei dem Objekt handelte es sich um das Buch Düsseldorf – Die Stadt Modern, eine Sonderauflage von 1965 mit edlem weißen Seideneinband. Die Standardversion erschien damals in blauem Leinen. Das vermeintliche Highlight: eine eingeklebte Widmung mit den Unterschriften von Königin Elizabeth II. und Prinz Philip, angeblich überreicht während ihres ersten offiziellen Besuchs in der Bundesrepublik Deutschland am 25. Mai 1965 in Düsseldorf.

Eddies Mutter war überzeugt, dass es sich um eine handschriftliche Original-Signatur der britischen Monarchin handelte, was das Buch extrem wertvoll machen würde. Allerdings war der Zustand des Exemplars nicht perfekt – der Einband stark mitgenommen und eine ehemals vorhandene Metallplatte mit dem Düsseldorfer Logo fehlte.

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Expertenschock: Faksimile statt Original

Kunst- und Antiquitätenhändler Detlev Kümmel (58) musste den Traum jedoch platzen lassen. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus: Die vermeintlichen königlichen Unterschriften waren kein Original, sondern ein gedrucktes Faksimile – ein nachträglich eingeklebtes Blatt. Zwar gab es etwa 20 offizielle Bücher mit echten, handschriftlichen Signaturen, dieses Exemplar gehörte jedoch nicht dazu, sondern war eine käuflich erwerbbare Sonderauflage.

Aufgrund des schlechten Zustands und der gedruckten „Signaturen“ schätzte Kümmel den Wert des Buches auf lediglich 100 bis 200 Euro. Eddies Wunschpreis von 800 Euro konnte so nicht erfüllt werden. Im Händlerraum wussten die Profis schnell über das Faksimile Bescheid, was die Gebote entsprechend niedrig hielt.

Versteigerungsergebnis und weitere Raritäten

Das erste Gebot lag bei nur 50 Euro. Händler Christian Vechtel erhielt schließlich den Zuschlag für 140 Euro. Eddie zeigte sich trotz der Ernüchterung über die nicht originalen Unterschriften zufrieden, da der erzielte Preis immerhin im Rahmen der Expertenschätzung lag.

In der gleichen Folge wurden weitere interessante Objekte präsentiert:

  • Stabbrosche: Wolfgang aus Eilte brachte eine Stabbrosche aus 585er-Gold mit Platinauflage mit, besetzt mit fünf Altschliff-Diamanten und einem Smaragd aus der Zeit um 1920. Expertenschätzung: 700 bis 900 Euro.
  • Kaiser Idell Leuchte: Andrea und Michael aus Troisdorf präsentierten eine Tischleuchte in seltener Farbe „Kaktusgrün“ aus den 1950er- oder 1960er-Jahren. Expertenschätzung: 250 bis 300 Euro.
  • Keramische Plastik: Susanne und Ulrike aus Bremen stellten eine handaufgebaute Figur der Künstlerin Theresia Hebenstreit von 1997 vor. Expertenschätzung: 700 bis 750 Euro.
  • Teppicharmband: Lia und Julian aus Eschenbach zeigten ein breites Armband aus 750er-Weißgold mit Brillanten aus den 1960er-Jahren. Expertenschätzung: 2.700 bis 2.800 Euro.

Die Sendung Bares für Rares ist seit Jahren eine Institution im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und bietet regelmäßig Einblicke in die Welt der Antiquitäten und Kuriositäten. Die heutige Folge zeigte einmal mehr, dass nicht alles Gold ist, was glänzt – und dass selbst vermeintlich königliche Provenienzen kritisch hinterfragt werden müssen.

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