Tangermünde: 1800 Männer zum DNA-Test geladen - Aufklärung des Frauenmords an Marlis Sappelt (61)
Tangermünde: 1800 Männer zum DNA-Test nach Frauenmord

Tangermünde: 1800 Männer zum DNA-Test geladen – Aufklärung des Frauenmords an Marlis Sappelt (61)

Die Idylle von Tangermünde, offiziell als „Deutschlands schönste Kleinstadt“ ausgezeichnet, wird von einem ungeklärten Verbrechen erschüttert. Die Bewohner sind schockiert über den Mord an Marlis Sappelt (61), die am 9. Juni 2024 leblos in ihrem Haus aufgefunden wurde. Fast zwei Jahre nach der Tat startete am Freitag einer der größten Reihentests in Sachsen-Anhalt, bei dem 1800 Männer ihre DNA abgeben sollen. Die Kriminalpolizei setzt große Hoffnungen in diese Maßnahme, um den Tod der Frau aufzuklären.

Freiwillige Speicheltests für Männer zwischen 17 und 75 Jahren

Staatsanwalt Thomas Kramer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Stendal, bestätigte nach der Obduktion: „Die Frau wurde umgebracht.“ Die Ermittler gehen von Totschlag aus und haben nun die DNA-Tests eingeleitet. Oberkommissarin Juliane Jokmin von der Polizei Stendal erläutert: „Die Teilnahme an den Tests ist freiwillig. Geladen sind Männer im Alter zwischen 17 und 75 Jahren, die sich zur Tatzeit in Tangermünde oder der Umgebung aufgehalten haben.“ Die Proben werden anonymisiert und zur Untersuchung versandt, wobei bei negativem Ergebnis eine sofortige Vernichtung erfolgt.

Ermittlungen gestalten sich schwierig aufgrund zurückgezogener Lebensweise

Die Ermittlungen waren nach der Tat im Sommer 2024 schnell ins Stocken geraten. Kollegen und Bekannte von Marlis Sappelt wurden vernommen, doch es ergaben sich keine Hinweise auf ein Motiv oder einen Tatverdächtigen. Polizeisprecherin Jokmin erklärt: „Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, da Frau Sappelt sehr zurückgezogen lebte und nur wenige soziale Kontakte hatte.“ Dennoch konnten die Ermittler am Tatort DNA-Spuren einer unbekannten männlichen Person sichern, die nun mit den neuen Proben abgeglichen werden.

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Bürger zeigen Solidarität und Unterstützung für den Reihentest

Viele Einwohner von Tangermünde zeigen sich kooperativ. David (41), ein Hausmeister, absolvierte den Test am Freitag im Grete-Minde-Saal und sagte: „Ist doch selbstverständlich. Wer nichts zu verbergen hat, opfert die zehn Minuten hier doch gerne. Ich verstehe nicht, dass dieser Test nicht schon früher angesetzt wurde.“ Seine Mutter kannte die Ermordete, da beide lange in einer Lebensmittelfirma zusammengearbeitet hatten. Auch Volker K. (57) nahm sich frei für den Termin und betonte: „Verbrecher gehören hinter Gitter – deshalb sollte es selbstverständlich sein, den Test zu machen.“

Erste DNA-Abgleiche bereits im Sommer 2024 durchgeführt

Bereits vor dem aktuellen Reihentest gab es Einzelfälle von DNA-Proben. Maximilian K. (47) aus Thüringen erhielt eine Vorladung von der Kripo Gotha, nachdem sein Handy zur Tatzeit in einer Funkzelle in Tatortnähe eingeloggt war. Er hatte an dem Juni-Wochenende 2024 seine Nichte in Tangermünde besucht, die ihre Jugendweihe feierte, und wurde um eine freiwillige DNA-Probe gebeten. Diese frühen Abgleiche zeigen, wie intensiv die Ermittler nach Spuren suchen.

Hoffnung auf Erfolg nach Vorbild aus dem Jahr 2005

Die Polizei in Stendal hofft auf einen ähnlichen Erfolg wie im Jahr 2005, als 2400 Männer an einem freiwilligen Reihentest teilnahmen und der Mörder der siebenjährigen Maria Juhl überführt wurde. Mit den aktuellen Tests soll endlich Licht in den dunklen Fall gebracht werden, der die Gemeinde seit fast zwei Jahren beschäftigt. Die Beamten arbeiten eng mit den Bürgern zusammen, um Gerechtigkeit für Marlis Sappelt zu erreichen und die Sicherheit in der Region zu stärken.

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