Pietätloser Diebstahl auf dem Alten Friedhof in Anklam
Die Anklamerin Doreen Diedrich durchlebt eine schwere Zeit. Innerhalb weniger Monate musste sie sowohl ihre Mutter als auch ihren Vater zu Grabe tragen. Doch nicht nur der Verlust der Eltern belastet sie, sondern auch ein respektloser Vorfall auf dem Alten Friedhof der Stadt.
Besonderer Blumentopf als letzter Gruß
Kurz vor dem Osterfest hatte Doreen Diedrich die Grabstätte ihrer kürzlich verstorbenen Mutter mit einem frühlingshaften Blumengruß versehen. Da der endgültige Grabstein für beide Eltern noch nicht fertig ist und auch die vollständige Bepflanzung erst nach der Beisetzung des Vaters erfolgen soll, wollte sie die Stelle über die Feiertage wenigstens mit einem kleinen Zeichen des Gedenkens schmücken.
Für diesen Zweck wählte sie einen ganz besonderen Blumentopf: eine braune Keramikschnecke, die ihr die Eltern einst zum Geburtstag geschenkt hatten. „Dieser Topf könnte so einiges erzählen“, sagt Diedrich mit einem traurigen Lächeln und erinnert sich an die gemeinsamen Zeiten mit ihren Eltern.
Schon nach wenigen Tagen verschwunden
Die Freude über die gelungene Friedhofsdekoration war jedoch nur von kurzer Dauer. Bereits nach wenigen Tagen war der markante Schneckentopf samt Bepflanzung von der Grabstelle verschwunden. Übrig blieben lediglich ein paar blütenlose Nelken und kahle Erde.
„Wer macht so etwas?“, fragt sich die Anklamerin fassungslos. „Wer kann sich guten Gewissens an den Blumen erfreuen, die jemand anderes auf das Grab seiner Lieben gestellt hat?“ Die Trauer über den Verlust der Eltern wird durch diese pietätlose Tat noch verstärkt.
Kein Einzelfall laut Friedhofsverwaltung
Auf Nachfrage bei der Friedhofsverwaltung erfuhr Diedrich, dass Beschwerden über Diebstahl von Blumen und Grabschmuck dort fast zur Tagesordnung gehören. Besonders auffälliger oder wertvoller Schmuck bleibe oft nicht lange auf den Gräbern stehen.
Diese Information macht die Situation für die trauernde Tochter nicht besser. Sie hofft nun, dass die ungewöhnliche Form des Schneckentopfes vielleicht jemandem auffällt, wenn dieser an einem anderen Ort auftauchen sollte. Hinweise könnten an die Nordkurier-Redaktion weitergegeben werden.
Hoffnung auf Rückkehr des Erinnerungsstücks
Für Doreen Diedrich geht es nicht um den materiellen Wert des gestohlenen Gegenstands. Vielmehr hofft sie, dass das persönliche Erinnerungsstück an ihre Eltern zurück zur Familie finden könnte. Der besondere Blumentopf symbolisiert für sie die Verbindung zu den verstorbenen Eltern und die gemeinsamen Erinnerungen.
Auch wenn die Rückgabe des Topfes die Trauer über das Geschehene nicht ungeschehen machen kann, wäre sie für die Anklamerin ein kleines Zeichen der Gerechtigkeit in einer ansonsten respektlosen Situation.



