Mordprozess in Hannover: Angeklagter soll Nachbarin wegen 557 Euro getötet haben
Mordprozess: Angeklagter soll Nachbarin wegen 557 Euro getötet haben

Mordprozess in Hannover: Angeklagter soll Nachbarin wegen 557 Euro getötet haben

Im magentafarbenen Jogginganzug sitzt Olaf M. (60) im Saal 1H1 des Landgerichts Hannover und versteckt sein Gesicht. Neben ihm steht sein Verteidiger Dr. Holger Nitz. Der Angeklagte muss sich wegen Mordes verantworten und soll seine 76-jährige Nachbarin getötet haben, die ihm in der Vergangenheit immer wieder finanziell oder mit Lebensmitteln ausgeholfen hatte.

Desaströse finanzielle Lage als mutmaßliches Motiv

Die Staatsanwältin beschreibt in der Anklage eine „desaströse finanzielle Lage“, in der sich Olaf M. befunden haben soll. Dies könnte das Motiv für die tödliche Tat gewesen sein. Am Morgen des 24. Juli 2025 soll der Angeklagte zu seiner Nachbarin in Bad Münder in Niedersachsen gegangen sein. Anders als zuvor wollte die Rentnerin ihm offenbar diesmal nichts geben.

Aus Habgier soll Olaf M. daraufhin der 76-Jährigen sechs Messerstiche in Rücken und Nacken versetzt und sie gewürgt haben. Das Opfer erlag noch am Tatort ihren schweren Verletzungen. Anschließend durchwühlte der Täter die Wohnung der Nachbarin, erbeutete ein Handy sowie 557,18 Euro in bar. Auch den Haustürschlüssel nahm er an sich und verschloss die Wohnung ordnungsgemäß, bevor er flüchtete.

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Flucht und Festnahme nach eigenem Polizeianruf

Erst am darauffolgenden Tag entdeckten Verwandte die leblose Frau in ihrer Wohnung. Zu diesem Zeitpunkt war der mutmaßliche Täter bereits auf der Flucht. Die Polizei veröffentlichte Fahndungsfotos, die von einer Überwachungskamera im Hauptbahnhof München aufgenommen worden waren. Die Festnahme erfolgte schließlich auf ungewöhnliche Weise: Olaf M. rief selbst die Polizei, um den Diebstahl seiner eigenen Tasche anzuzeigen. Bei diesem Kontakt nahmen ihn die Beamten fest. Ob er zu diesem Zeitpunkt wusste, dass bereits nach ihm gefahndet wurde, bleibt unklar.

Hintergrund der Tat könnte auch die drohende Zwangsräumung der Eigentumswohnung gewesen sein, in der Olaf M. lebte. Der Angeklagte schwieg bisher zu allen Vorwürfen vor Gericht. Der Prozess wird am 9. März 2026 im Landgericht Hannover fortgesetzt. Dann sollen Nachbarn sowohl des mutmaßlichen Täters als auch der ermordeten Frau als Zeugen aussagen.

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