Massiver Einsatz von Polizei und Zoll in Münchner Innenstadt
Ein riesiges Aufgebot von Polizei und Zoll hat am Dienstag in der Münchner Innenstadt für erhebliches Aufsehen gesorgt. Rund 530 Beamtinnen und Beamte waren zeitgleich im Einsatz, um etwa 40 Geschäfte und Ladenlokale zu kontrollieren. Die großangelegte Prüfaktion fand nur wenige Stunden vor dem hochkarätigen Champions-League-Spiel zwischen dem FC Bayern München und Real Madrid statt, stand nach Angaben der Behörden jedoch in keinem Zusammenhang mit dem Fußballereignis.
Umfangreiche Kontrollen in verschiedenen Geschäften
Thomas Meister vom Zollamt München erklärte: „In dieser Größe hatten wir das noch nie.“ Die kontrollierten Betriebe reichten vom Friseursalon über den Kiosk bis hin zur Shisha-Bar. Die Einsatzkräfte suchten gezielt nach Hinweisen auf mögliche Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und verschiedene Steuerdelikte. Dabei konzentrierten sie sich nicht nur auf die Beschäftigungsverhältnisse, sondern auch auf unversteuerte Tabakprodukte.
Laut Meister sollten die Beamten besonders nach geschmuggelten Zigaretten ohne Steuerbanderole Ausschau halten. Ebenso im Fokus standen Produkte wie Shisha-Tabak, der aus gesundheitlichen Gründen eigentlich nicht in Deutschland verkauft werden darf. Auch mögliche Drogenfunde würden bei der Aktion registriert, betonten die Behörden.
Keine Razzia, sondern Prüfaktion
Der Münchner Polizeisprecher Thomas Schelshorn verwies ausdrücklich darauf, dass es sich bei der Maßnahme nicht um eine Razzia handelte. „Es geht hier um eine Prüfaktion, nicht um die Verfolgung eines konkreten Verdachts“, erklärte Schelshorn. Dennoch rechnet die Polizei mit Funden: „Ich gehe davon aus, dass wir in Teilbereichen fündig sein werden“, sagte der Polizeisprecher.
Die Ergebnisse der umfangreichen Kontrollen werden sich erst nach der vollständigen Auswertung zeigen. Kundinnen und Kunden waren von der Aktion nicht betroffen – sie durften die Geschäfte während der Kontrollen verlassen. Laut Meister konzentrierten sich die Beamten ausschließlich auf Personen, die in den betroffenen Geschäften arbeiteten.
Einsatzgebiet südlich des Hauptbahnhofs
Die Prüfaktion fand südlich des Münchner Hauptbahnhofs im Bereich der Landwehrstraße statt und sollte bis in den Abend hinein andauern. Vor Beginn der Kontrollen hatte sich das Großaufgebot auf der Theresienwiese gesammelt. Von den insgesamt 530 Einsatzkräften kamen etwa 400 von der Polizei und rund 130 weitere vom Zoll.
Obwohl der Einsatz zeitlich mit dem Ansturm der Fußballfans zum Champions-League-Spiel in der Allianz-Arena zusammenfiel, betonten sowohl Polizei als auch Zoll, dass es keinen inhaltlichen Zusammenhang gebe. Dennoch dürften sich einige angereiste Fans über das ungewöhnlich große Polizeiaufgebot in der Innenstadt gewundert haben.
Die Behörden planen, nach Abschluss der Auswertungen weitere Details zu den Ergebnissen der Prüfaktion bekanntzugeben. Die Aktion unterstreicht die verstärkten Bemühungen der Behörden im Kampf gegen Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung im Einzelhandel.



