Tragödie an historischer Stätte: Mindestens 30 Tote bei Massenpanik in Haiti
Bei einer verheerenden Massenpanik an einem bedeutenden Ausflugsziel in Haiti sind Medienberichten zufolge mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Die Katastrophe ereignete sich am Samstag an der Zitadelle Laferrière in der Gemeinde Milot im Norden des Karibikstaates. Nach Angaben der haitianischen Zeitung Le Nouvelliste hatten sich außergewöhnlich viele Besucher an der historischen Festung versammelt.
Erstickung und Gedränge als Todesursachen
Die Mehrheit der Opfer starb durch Erstickung, erklärte der Bürgermeister von Milot, Wesner Joseph, laut dem Miami Herald. Unter den Toten befänden sich viele Jugendliche und Kinder ab etwa zwölf Jahren. Die Panik brach aus, als starker Regen einsetzte und die dicht gedrängte Menge in Bewegung geriet. Zahlreiche Menschen wurden niedergetrampelt, insbesondere an den engen Zugängen der historischen Anlage.
Nicht genehmigtes Treffen als Auslöser der Katastrophe
Auslöser des massiven Andrangs war ein Treffen junger Menschen, das über soziale Medien beworben worden war. Eine nicht von der Gemeinde Milot genehmigte Aktivität endete an diesem Samstag in einer Tragödie, berichtete das haitianische Portal AyiboPost. Demnach wurde das Treffen über die Plattform TikTok von einem Influencer mit Hunderttausenden Followern verbreitet, der Transport, Getränke und ein Unterhaltungsprogramm angekündigt hatte.
Viele Teilnehmer strömten bereits in den frühen Morgenstunden zur Zitadelle, noch vor der offiziellen Öffnung. Der Influencer selbst wies jede Verantwortung für das Unglück zurück. Ich habe nichts mit dem zu tun, was passiert ist, zitierte ihn AyiboPost. Er habe sich bereits auf dem Rückweg befunden, als er von den Ereignissen erfahren habe.
Enge Zugänge verschärften die Situation
Nach Angaben von AyiboPost verschärfte sich die Lage, weil zeitweise Menschen gleichzeitig in die Anlage hinein- und hinausdrängten. Nur ein einziges Zugangstor war geöffnet, was zu extrem starkem Gedränge führte. Kurz darauf kam es zu Rangeleien und der tödlichen Massenpanik.
In den sozialen Medien verbreitete Videos zeigen dicht gedrängte Menschen in engen, tunnelartigen Gängen der Festung. Darauf sind zahlreiche junge Besucher zu sehen, die sich nur langsam vorwärts bewegen können.
Regierung mobilisiert Hilfskräfte und ruft zur Ruhe auf
Die Regierung von Ministerpräsident Alix Didier Fils-Aimé habe mit tiefer Bestürzung von dem tragischen Vorfall erfahren, hieß es in einer offiziellen Mitteilung. Alle zuständigen Behörden wurden mobilisiert und befinden sich in höchster Alarmbereitschaft, um den Betroffenen und ihren Angehörigen unverzüglich die notwendige Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen. Die Regierung rief die Bevölkerung während der laufenden Ermittlungen zu den Umständen des Vorfalls zu Ruhe und Besonnenheit auf.
Historische Bedeutung der Zitadelle Laferrière
Die Zitadelle Laferrière gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die im frühen 19. Jahrhundert von ehemaligen Sklaven errichtete Festung gilt als Symbol des Freiheitskampfes gegen die französische Kolonialherrschaft. Insbesondere in der Osterzeit zieht sie traditionell viele Besucher an, was die Tragödie an diesem historisch bedeutsamen Ort noch schmerzlicher macht.



