Betäubung und Vergewaltigung: Justiz verfolgt Netzwerk chinesischer Täter in Deutschland
Justiz verfolgt Netzwerk chinesischer Täter in Deutschland

Betäubung und Vergewaltigung: Justiz verfolgt Netzwerk chinesischer Täter in Deutschland

Die deutsche Justiz geht mit aller Härte gegen ein kriminelles Netzwerk vor, das überwiegend aus chinesischen Männern besteht. Diese sollen Frauen systematisch betäubt und anschließend vergewaltigt haben, wobei sie sich in Chatgruppen über ihre Taten austauschten und gegenseitig Tipps gaben. Die Ermittlungen erstrecken sich über mehrere Bundesländer und haben bereits zu mehreren Prozessen geführt.

Münchner Prozess mit Geständnis

Am Landgericht München I steht am Dienstag, den 14. April, das Urteil gegen einen 27-jährigen chinesischen Studenten an. Der Angeklagte hat vor Gericht gestanden, seine Freundin wiederholt mit Narkosemitteln betäubt, vergewaltigt und die Taten gefilmt zu haben. In emotionalen Aussagen erklärte er: „Ich liebe dieses Mädchen, aber ich habe sie tief verwundet.“ Die Staatsanwaltschaft fordert die Höchststrafe: lebenslange Haft mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld sowie Sicherungsverwahrung wegen versuchten Mordes und Vergewaltigung.

Berliner Verfahren mit weiteren Tätern

Parallel laufen am Landgericht Berlin Prozesse gegen weitere Beschuldigte. Ein angeklagter Mediziner soll über einen Zeitraum von zwei Jahren eine Frau im Schlaf sexuell missbraucht haben, teilweise gemeinsam mit anderen Tätern. Die Taten ereigneten sich zwischen 2019 und 2021 in Peking, während der Täter später von Berlin aus Ratschläge zur Betäubung von Opfern in Telegram-Chats gab. Ein weiterer Angeklagter wurde bereits im vergangenen Jahr zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und neun Monaten verurteilt, nachdem er online mit 18 Vergewaltigungen geprahlt hatte.

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Frankfurter Urteil als Auslöser

Den Anstoß für die umfangreichen Ermittlungen gab ein Verfahren am Landgericht Frankfurt am Main. Dort wurde ein Mann zu 14 Jahren Haft verurteilt, unter anderem wegen besonders schwerer Vergewaltigung und versuchten Mordes. Die Ermittlungsgruppe „EG Inserat“ des hessischen Landeskriminalamtes informierte daraufhin Kollegen in anderen Bundesländern über die Chatgruppen, in denen sich die Täter über Vergewaltigungen, Betäubungsmethoden und Medikamentenbeschaffung austauschten.

Chatgruppen mit abwertender Sprache

In den Chatgruppen, darunter eine mit über 1.000 Mitgliedern, wurden Frauen laut Ermittlungen als „Autos“ oder „tote Schweine“ bezeichnet. Die Teilnehmer diskutierten offen über selbst begangene Vergewaltigungen und tauschten Bildaufnahmen weiblicher Verletzter aus. Ein Angeklagter gab an, die Betäubungsmittel auch bei Ehefrauen und Freundinnen einzusetzen, um „nur ihre Fantasien zu befriedigen“, ohne die Frauen zu schädigen – eine Aussage, die die Grausamkeit der Taten unterstreicht.

Internationale Parallelen

Die Fälle erinnern an den international bekannt gewordenen Fall der Französin Gisèle Pelicot, die jahrelang von ihrem Ehemann betäubt und vergewaltigt wurde. In Frankreich wird dieses Vorgehen als „Soumission chimique“ (chemische Unterwerfung) bezeichnet. Die deutschen Ermittlungen zeigen, dass ähnliche Netzwerke auch hierzulande aktiv sind und die Justiz nun entschlossen dagegen vorgeht.

Die Opfer erfuhren oft erst durch polizeiliche Befragungen von den ihnen angetanen Taten, was die heimtückische Natur dieser Verbrechen unterstreicht. Mit den anstehenden Urteilen in München und den laufenden Verfahren in Berlin und Frankfurt sendet die deutsche Justiz ein klares Signal gegen sexualisierte Gewalt und internationale kriminelle Netzwerke.

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