Drei Tote bei Ostereiersuche: Heim-Chefin rechtfertigt Aktion trotz Sturmwarnung
Eine traditionelle Ostereiersuche in Satrupholm, Schleswig-Holstein, endete am Ostersonntag in einer schrecklichen Tragödie. Drei Menschen verloren ihr Leben, als ein etwa 30 Meter hoher Baum umstürzte und vier Personen traf. Unter den Opfern befinden sich eine 21-jährige Mutter, ihr zehn Monate altes Baby sowie ein 16-jähriges Mädchen. Eine 18-Jährige wurde schwer verletzt ins Krankenhaus nach Heide geflogen, wo sie operiert werden musste. Laut Polizeiangaben ist sie mittlerweile außer Lebensgefahr.
60 Personen trotzten dem Unwetter
Rund 60 Bewohner und Betreuer der Einrichtung SterniPark hatten sich an dem stürmischen Tag auf die Suche nach Ostereiern begeben. Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor eine offizielle Unwetterwarnung herausgegeben, mit Windböen von bis zu 90 Kilometern pro Stunde. Die Geschäftsführerin des Heims, Leila Moysich, verteidigt gegenüber Medien die Entscheidung, die Veranstaltung nicht abzusagen. „Die Wetterlage vor Ort gab unseren Mitarbeitern am Ostersonntag keinen Anlass, auf die Ostereiersuche am Wegesrand und am Eingang des Waldes zu verzichten“, erklärte sie. Es handele sich um eine beliebte Tradition, auf die sich die Kinder besonders gefreut hätten.
Staatsanwaltschaft ermittelt und Baum war markiert
Inzwischen haben Polizei und Staatsanwaltschaft ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, um die genauen Umstände des Unglücks aufzuklären. Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt betonte, dass die Untersuchung alle Aspekte des tragischen Geschehens beleuchten soll. Erschütternd ist der Hinweis, dass der umgestürzte Baum, eine Esche, bereits markiert war und eigentlich hätte gefällt werden müssen. Dies wirft zusätzliche Fragen zur Sicherheit und Verantwortung auf.
Aufarbeitung und Unterstützung für die Betroffenen
Der Träger SterniPark konzentriert sich derzeit auf die Aufarbeitung der Ereignisse. „Derzeit konzentrieren wir uns darauf, das Geschehene aufzuarbeiten und unsere Bewohner und Mitarbeiter mit ganzer Kraft bei der Verarbeitung des furchtbaren Unglücks zu unterstützen und zur Ruhe kommen zu lassen“, so Moysich weiter. Die Einrichtung erhält Unterstützung von verschiedenen Hilfsinstitutionen, darunter dem Sozialministerium, Kirchen, Sozialdiensten des Kreises Schleswig-Flensburg und der Berufsgenossenschaft. Therapeutische und pädagogische Gesprächsangebote stehen den Betroffenen zur Verfügung und werden auch genutzt.
Die Anteilnahme der Bevölkerung, Politik und weiterer Institutionen wird als große Hilfe in dieser schwierigen Zeit beschrieben. Dennoch bleiben viele Fragen offen, insbesondere warum die Ostereiersuche trotz der deutlichen Wetterwarnungen durchgeführt wurde und welche Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft werden hoffentlich Klarheit in diese tragischen Vorfälle bringen.



