Rechtsextreme „Chemnitz Revolte“ bleibt trotz Inaktivität im Fokus der Sicherheitsbehörden
„Chemnitz Revolte“ bleibt im Visier der Sicherheitsbehörden

Rechtsextreme Gruppierung „Chemnitz Revolte“ bleibt unter Beobachtung

Die rechtsextreme Gruppierung „Chemnitz Revolte“ steht weiterhin im Visier der Sicherheitsbehörden, obwohl sie momentan als inaktiv eingestuft wird. Laut einer Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Juliane Nagel (Linke) konnte der Fortbestand der Gruppe zuletzt nicht nachgewiesen werden. Dennoch betonten die Behörden, dass neue Erkenntnisse jederzeit eine Wiedereröffnung von Prüfungen rechtfertigen könnten.

Unklare Auflösung und mögliche Aktivitätsverlagerung

Das Landesamt für Verfassungsschutz schätzt ein, dass die Gruppe seit Mitte des Jahres 2025 keine Aktivitäten mehr entfaltet hat und derzeit inaktiv ist. Allerdings zeigen Detailauflistungen, dass mutmaßliche Mitglieder zuletzt im Juli an einem extrem rechten Aufmarsch außerhalb Sachsens teilnahmen. In den Monaten zuvor scheinen sich die Aktivitäten bereits auf andere Bundesländer verlagert zu haben, was Fragen zur tatsächlichen Auflösung aufwirft.

Ermittlungen zu Straftaten und bewaffneten Gruppen

Bei der Chemnitzer Polizei befasst sich eine Ermittlungsgruppe mit einer umfangreichen Tatserie, die mit der „Chemnitz Revolte“ in Verbindung gebracht wird. Allein im vergangenen Jahr wurden der Gruppierung 16 Straftaten zugerechnet, darunter mehrere gewalttätige Angriffe in Chemnitz. Zudem besteht der Verdacht einer „Bildung bewaffneter Gruppen“ nach Paragraf 128 Strafgesetzbuch. Die Gruppe hatte online um „kampferfahrene“ Mitglieder geworben, bevor sie wenige Wochen später abtauchte – möglicherweise nur zum Schein.

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Historischer Hintergrund und frühere Aktivitäten

Juliane Nagel hatte vor gut einem Jahr erste Erkenntnisse der Behörden zur „Chemnitz Revolte“ erfragt. Damals ging das Innenministerium von einem informellen Zusammenschluss von Jugendlichen und Heranwachsenden aus, der ab Sommer 2024 aktiv war. Die Vereinigung rekrutierte binnen kurzer Zeit ein Personenpotenzial im mittleren zweistelligen Bereich und machte durch Beteiligung an queerfeindlichen Protesten gegen Veranstaltungen des Christopher-Street-Days auf sich aufmerksam.

Im ersten Halbjahr 2025 gab es zudem Erörterungen zu einem möglichen Vereinsverbot mit Blick auf die „Revolte Chemnitz“. Die Behörden bleiben wachsam, da unklar ist, ob sich die Gruppierung wirklich aufgelöst hat oder ihre Aktivitäten nur verlagert wurden.

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