Leipzig – Wie viel Schmerz kann ein Mensch ertragen? Ullrich F. wurde bei der Amokfahrt am Montagnachmittag nicht nur schwer verletzt, sondern verlor an diesem Tag auch zwei geliebte Menschen: seine Frau und seine Mutter.
Doppelte Tragödie für Familie aus Oberfranken
Der Mann stammt aus einem kleinen Ort in Oberfranken. Mehrere Nachbarn und der Bürgermeister bestätigten gegenüber BILD: „Ja, am Montag ist auch Ullrichs Mutter verstorben.“ Die hochbetagte Frau starb am Vormittag in einem Altenheim. Nur wenige Stunden später wurde seine Ehefrau von dem Amokfahrer getötet.
Ehefrau bei Klinikbesuch in Leipzig
Sonja F. (63) war mit ihrem Mann in der Leipziger Innenstadt unterwegs, als der Täter sie mit seinem VW Taigo erfasste. Ein Retter sagte zu BILD: „Sie wurde von dem VW des Täters erfasst. Sie hatte keine Chance und starb.“ Der Bürgermeister ergänzte: „Sonja war zu einem Klinikbesuch in Leipzig.“ Ullrich F. überlebte schwer verletzt.
Das zweite Todesopfer ist der Leipziger Rentner Roland K. (77). Er hinterlässt eine Ehefrau und Kinder.
Stadt reagiert mit massiven Pollern
Während die Angehörigen trauern, hat die Stadt Leipzig am Mittwoch mehrere Poller in der Fußgängerzone aufgestellt. Ein weißer Lkw brachte ein Dutzend massive Mobilpoller, die von drei Mitarbeitern installiert wurden. Für Sonja F. und Roland K. kommen sie zu spät.
OktaBlocks: 120 Kilo schwer
Stadtsprecher Matthias Haßberg erklärte vor Ort: „Es handelt sich um sogenannte OktaBlocks – jeder wiegt 120 Kilogramm.“ Ursprünglich für den Weihnachtsmarkt gemietet, schützen sie nun dauerhaft die Einfahrt zur Fußgängerzone. „Die Poller bleiben stehen“, so Haßberg. Dafür wurde ein neues Rettungswegekonzept erstellt, da Feuerwehr und Polizei nicht mehr einfahren können. Die Einsatzkräfte haben zugestimmt und Alternativrouten festgelegt. Haßberg verspricht: „Sollte ein Fahrzeug versuchen, die Hindernisse zu überwinden, verkeilen sich die Blöcke unter dem Auto – eine Weiterfahrt ist unmöglich.“



